Genug. Andacht zum 27.5.2016

Drei sind nicht zu sättigen, und vier sagen nie: »Es ist genug«: das Totenreich und der Frauen verschlossener Schoß, die Erde, die nicht des Wassers satt wird, und das Feuer, das nie spricht: »Es ist genug!« (Sprüche 30, 15b-16)

Sie können nie genug bekommen, die vier:
Das Totenreich: So viele sind schon gestorben, und trotzdem müssen es immer mehr sein. In Wolfgang Borcherts Drama „Draußen vor der Tür“ tritt – kurz nach dem Krieg – ein rülpsender Tod auf. „Glatt überfressen!“ Aber das stimmt nicht. Er kriegt eben nie genug, der Tod.
Der Erdboden: Im trockenen Palästina kriegt der Boden nie genug Wasser. Überschwemmungen gibt es nicht. Alles, was regnet, nimmt der Boden auf, er lechzt danach, es muss immer noch mehr rein. Sie können gießen und gießen. Irgendwann ist die Gießkanne leer, die Zisterne ausgeschöpft – und es ist trotzdem nicht genug.
Das Feuer: Es breitet sich aus, wenn man es nicht aktiv bekämpft. Das Feuer frisst, bis alles in Schutt und Asche liegt.
Der Frauen verschlossener Schoß: Es geht wohl um Unfruchtbarkeit. Vielleicht ist da an Frauen gedacht, die darunter leiden und es immer wieder probieren. Auch ein ungestilltes Verlangen.

Und Sie? Sagen Sie denn manchmal: „Es ist genug!“? Wenn ja, dann hat das wohl einen negativen Beigeschmack: „Jetzt habe ich aber genug!“; Ich habe es satt!“; „Ich habe die Schnauze voll!“; „Jetzt reicht es aber!“ Da merken Sie: Es geht um etwas, was Ihnen total „nicht schmeckt“. Wenn Sie richtig lecker gegessen haben, sagen Sie vielleicht: „Ich BIN satt!“ Aber nicht: „Ich HABE es satt!“
Was macht den Menschen zum Menschen? Meine Antwort heute: Das „Es ist nicht genug!“ Wenn die Löwen eine Antilope gerissen haben und satt geworden sind, dann legen sie sich in die Sonne, bis der Hunger wiederkommt. Es gibt auch Tiere, die sammeln für schlechte Zeiten. Aber überschaubare Mengen. Es würde ihnen sonst ja schlecht werden.
Die Menschen sind da anders. EINE Antilope reicht nicht. Man kann ja noch mehr jagen. Und was einfach nicht mehr reingeht in den Bauch, dafür baut man Kühlhäuser. Oder verkauft Antilopen. Gegen Geld. Für Geld braucht man nicht mal Kühlhäuser. Es gibt keine Mengenbegrenzungen, man kann es „sparen“ oder „anlegen“, es wird mehr und mehr – und es ist nie genug. – Na ja, „in echt“ ist das Geld keineswegs so beständig, wie es aussieht. Es ist ja nur dadurch etwas wert, dass alle darauf „vertrauen“, dass es einen Gegen-Wert dafür gibt und dass man den auch bekommt. Ist dieses Vertrauen futsch, haben selbst Billionen-Geldscheine aus Inflationszeiten nur dekorativen Wert.
„Nicht genug!“, das ist auch das Glaubens-Bekenntnis unserer Wirtschaft-Ordnung, besonders der Geldwirtschaft, des Kapital-Marktes: Da heißt es: „Wachstum!“; „Rendite!“ Es muss immer mehr werden. Wie das in einer endlichen Welt lange gutgehen soll, ist nicht nur mir ein Rätsel.
Ich habe vor kurzem etwas über Anlagebetrüger im Radio gehört. Die locken mit hohen Renditen. Speziell in Deutschland lassen sich die Leute ködern mit der Zauberformel: „Sie sparen Steuern!“ Ausgerechnet in einem oft gut funktionierenden Gemeinwesen wie Deutschland hat Steuern-Zahlen so einen schlechten Ruf! Ein verurteilter Anlagebetrüger berichtete, wie sogar reiche Kunden, die in ihren Berufen scharf und kritisch denken, bei Zauberformeln wie „Steuern sparen“ und „Rendite“ völlig naiv, handzahm, buttereich werden.
Nun gehören Sie vielleicht nicht zu denen, die nicht wissen, wohin mit ihrem vielen Geld. Aber mit Geld hat manches „Nicht genug!“ trotzdem zu tun. Es gibt Leute, die sich hoch verschulden, weil es immer das neueste Smartphone sein muss. Oder man muss im Urlaub dauernd wegfahren– und es kann nie weit genug sein und nie exotisch genug.
„Nie genug!“ – Ein Merkmal jeder Sucht. Egal ob Arbeit, Alkohol, Sex, Lob, Anerkennung, Bewunderung, Erfolg, Macht, Zerstreuung, Essen, Attraktivität, Siege oder was Ihnen ganz persönlich alles noch einfällt: Wer „nie genug“ kriegen kann, bleibt schrecklich hungrig, auch wenn er alles und alle um sich herum aufgefressen und ausgesaugt hat.
Nein, ich korrigiere: „Nie genug“ macht den Menschen nicht zum Menschen, sondern oft zum Un-Menschen. „Nicht genug“ lässt einen seelisch selbst an vollen Tischen verschmachten.
Bis jetzt habe ich Ihnen vor allem etwas über das „Nie genug HABEN“ geschrieben. Es gibt aber noch eine andere Seite: Das „Nie genug SEIN“: Wie immer ich mich verhalte, was ich versuche, was ich tue oder lasse – es reicht nicht. Ich bin nicht richtig. Nicht für andere, nicht für mich, nicht für Gott. Die Latte hängt zu hoch.
Mir scheint: Da gibt es einen Zusammenhang. Ungefähr so: Wer (sich) nicht genug „ist“, wer (sich) „ungenügend“ ist, der muss wenigstens genug „haben“ oder genug „bekommen“. Aber: So viel er auch bekommt, er bleibt sich „ungenügend“. Und darum kann es eben nie genug sein.
Wer nicht genug ist und nicht genug hat, hat noch eine weitere schwere Krankheit: den Neid. Neidische Menschen sind chronisch zu kurz gekommen, immer ungerecht behandelt, haben immer das kleinere Stück vom Kuchen. Sie übersehen das eigene Gute und gönnen anderen nichts Gutes. Neidische Menschen sind unglücklich und verbreiten Unglück. Denken Sie bitte an die zweitschönste Frau im ganzen Reich: Ist die etwa glücklich, die Stiefmutter von Schneewittchen? Nein, trotz Schönheit: Sie fühlt sich schäbig – und sie verhält sich so.
Und Schneewittchen? Die Allerschönste! Und glücklich! Aber nicht, weil sie die Schönste ist, sondern weil sie das gar nicht weiter interessiert. Sie rennt auch nicht den stattlichen Prinzen hinterher, sondern lebt in einer fröhlichen Zwergen-WG. Dass ihr der Prinz zum Schluss dann auch noch wie eine reife Frucht in den Schoß fällt, ist eine von diesen Ungerechtigkeiten, die ich dieser uneitlen Frau gönne.
Und wenn Ihnen so ein sonniger Mensch begegnet, mit sich zufrieden, genügsam, neid-frei; einer, der fast jeden Tag in Dankbarkeit beginnt und beendet – tja, da könnten Sie doch schon wieder neidisch werden, oder? Wie kommt man da hin?
Mir scheint: Dafür müssen Sie nicht an Gott glauben und nicht auf Jesus hören. Aber WENN Sie es tun, kann das eine unglaubliche Hilfe sein. Hier etwas aus der Bergpredigt:

Ihr sollt nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat. (Matthäus 6, 25-34)

Sich als geliebtes Kind Gottes begreifen. Wissen: Ich genüge Gott! Weil Gott mir mein Un-Genügen verzeiht und mich ganz in Liebe sieht! Ich muss dafür nicht erst irgendwie sein, schon gar nicht über zu hoch gehängte Latten springen. Ich – Gottes geliebtes Kind! Ich genüge!
Und – wie es Theresa von Avila sagt: „Gott allein genügt!“ Besser noch im spanischen Original: „Solo dios – basta!“ Also beides: Ich genüge! Gott genügt!
Was ich habe und was ich kann, wird damit nicht bedeutungslos. Aber es ist nicht mehr so wichtig. Schon gar nicht das „Mehr!“ Gott genügt. Ich genüge Gott. – „Du erfreust mein Herz, ob jene auch viel Wein und Korn haben“ (Psalm 4, 8).
Also: Nehmen Sie das als Medizin mit bei Ihren nächsten Anfällen von zerstörerischer Selbstkritik, bei Gier und bei Neid: „Solo dios!“ Basta.

Gebet (aus: „Die güldne Sonne“):

Lass mich mit Freuden / ohn alles Neiden / sehen den Segen, / den du wirst legen / in meines Bruders und Nächsten Haus. / Geiziges Brennen, / unchristliches Rennen / nach Gut mit Sünde, / das tilge geschwinde / von meinem Herzen und wirf es hinaus.

Willst du mir geben, / womit mein Leben / ich kann ernähren, / so lass mich hören / allzeit im Herzen dies heilige Wort: / „Gott ist das Größte, / das Schönste und Beste, / Gott ist das Süßte / und Allergewißte, aus allen Schätzen der edelste Hort.“

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Die absolute Frau. Andacht zum 20.5.2016

Falls wir uns in den vergangenen Jahren in meiner Klinik in Lengerich kennengelernt haben, sind Sie wahrscheinlich auch ihr begegnet. Sie hat kaum eine Gesprächsrunde ausgelassen. Wer auf einen Kaffee zu mir kam, ist meist auch ihr begegnet, auch wenn sie nie Kaffee trank. Und obwohl sie nur selten bei einer Stationsandacht mitmachte, habe ich von allen, die ich persönlich kenne, in meinen kleinen Predigten nur sie gelegentlich namentlich genannt.
Am 9. Mai ist sie gestorben.
Deswegen ausnahmsweise jetzt eine Andacht von vor fast 8 Jahren …

„Haut doch ab oder macht eure Witze, sagt von mir aus, sie ist unscheinbar und klein …“ – Sie erinnern sich vielleicht: Klaus Lage besingt seine Freundin. Oberflächlich be­trachtet: Unscheinbar und klein. Aber: „Ihr müsst sie nur einmal mit meinen Augen sehn! Die abso­lute Frau – ihr würdet mich verstehn …“. Eine Sache des Blickes.

Dieses Lied kam mir in den Sinn beim Gedanken an eine sehr gute Freundin. Ei­gentlich gehört sie zur Familie. Dabei ist sie in der Tat „unscheinbar und klein“. Nein, sie hat kein Interesse an Kultur, Wissenschaft, Geschichte. Sie ist auf ihre Art fromm, aber nicht direkt christlich. Sehr selten war sie mal mit in einem Gottesdienst, aber der sagt ihr wenig. In ihrer Vergangenheit hat sie mehrfach gestohlen. Sie ist nicht gesprächig, beteiligt sich kaum an geistreichen Unterhaltungen. Sie kann aber eine sehr aufmerksame, ein­fühlsame, geduldige Zuhörerin sein. Denn sie hat viel Herz. Überhaupt: Sie ist aufmerk­sam. Sie spürt deutlich, was im Moment dran ist, sie wittert geradezu, was in der Luft liegt. Sie ist bis in jede Geste hinein ehrlich, manchmal ungeduldig fordernd und mit Biss. Fast nie nachtragend, obwohl wir schon manche Auseinandersetzung hatten. Wir kennen einander ziemlich gut, verstehen uns ohne Worte. Wir können lange schweigend beieinander sitzen. Oft sitzt sie einfach nur zufrieden und anschmiegsam auf meinem Schoß, und die Welt ist in Ordnung. Oder wir liegen zusammen auf dem Sofa.

Nun wollen Sie sicher wissen, was meine Frau dazu sagt. Nichts. – Warum nicht? Meine Freundin wiegt gute sieben Kilo, ernährt sich von Trockenfutter und zahlt einmal jährlich Hundesteuer. Übri­gens heißt sie Sally.

Wenn Sie selbst Haustiere haben, wissen Sie, wovon ich spre­che. Mir sind schon viele Menschen begegnet, für die ihre Tiere die besseren Menschen und wichtige „Bezugs­per­sonen“ sind. Leute, die viel Energie und Geld für Pflege und Tierarzt auf­wenden. O.k., all das kann man natürlich auch übertreiben.

Aber die Übertreibung in die andere Richtung finde ich weit problematischer: In 2006 wurden in Deutschland gewerblich geschlachtet: fast 50 Millionen Schweine, fast 3,5 Millionen Rinder, fast 350.000 Kälber, gut eine Million Schafe, 17.800 Ziegen und 9.300 Pferde. Nicht zu vergessen das Geflügel, das aber statistisch nur in Kilogramm erfasst wird, nicht in „Individuen“.

Der Tod ist das eine, das Leben davor das andere – aus meiner Sicht das Gravierendere. Was der Normalbürger vom Tier-Leben sieht, das sind zufriedene Rinder auf der Wiese oder scharren­de Hühner auf dem Bauerhof. Das ist aber bei Schlacht- und Nutztie­ren nicht die Regel. Kleine Probe gefällig? Das Ei in Ihrem Kühlschrank trägt einen Stempel. Ist die erste Ziffer eine 0 oder 1, stammen sie von „glücklichen“ Hühnern (Bio- bzw. Freilandhaltung), bei 2 oder 3 würden Sie nicht mehr „Ich wollt‘, ich wär‘ ein Huhn“ singen, Sie würden auf engstem Raum Ihr Leben fristen (Boden- bzw. Käfighaltung). Aber zum Glück – für uns: Wie das Gros der Nutztiere lebt, das bekommen wir gar nicht zu sehen, und das wollen wir auch gar nicht so genau wissen …

Schon im ersten Kapitel der Bibel, noch vor Vollendung der Schöpfung durch die Erfindung der Ruhe am siebten Tag, lesen wir von Gottes allerersten Aufträgen an die Menschen. Und die haben mit diesem Thema zu tun …

Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht. (Genesis 1, 28)

Das mit dem „Seid fruchtbar und mehret euch!“ hat die Menschheit mittlerweile erfüllt, über-erfüllt. Ich habe im Neandertaler-Museum davon eine Veranschaulichung gesehen: Vor einigen hundert Jahren: ein paar Menschen-Figuren auf einem Brett. Heute: ein Brett gleicher Grö­ße – und die Menschenfiguren darauf dicht an dicht.

Und die Herrschaft über die Tiere? Schauen wir mal, wie das ursprünglich konkret gedacht war:

Gott sprach: Seht da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. Aber allen Tie­ren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. (Genesis 1, 29 f.)

Tiere und Menschen – lauter Vegetarier! Das wird historisch nie so gewesen sein (fragen Sie die Vorfahren von Sally!), aber so sieht die biblische Vorstellung von einer heilen Welt aus – noch nicht von der Sünde entstellt, noch nicht von der Spezies Mensch zugrunde gerichtet. Übrigens: Als in der biblischen Darstellung die Menschen das Projekt „die Schöpfung und wir“ entgültig vor die Wand gefahren haben und Gott mit Noah einen Neuanfang wagt, da macht Gott Konzessionen. Die Menschen sind nun mal so, wie sie sind, und nun gestattet Gott ihnen den Fleisch-Verzehr (Genesis 9). Aber auch da noch: Das Verbot des Blut-Genusses. Darin steckt etwas von der Heiligkeit des Lebens – wohlge­merkt: des tierischen Lebens!

Aber zurück zu den „paradiesischen Zuständen“. Schauen wir in den anderen, älteren Schöp­fungs­­bericht (Ge­nesis 2). Dort macht Gott zuerst den Menschen aus Erde und göttlichem Lebensatem, und dann legt er um ihn herum einen Garten an. Weil aber der Mensch nicht allein sein soll, schafft Gott die Tiere. Sie sind, wie der Mensch, „lebendige Seelen“ (Genesis 2, 7.19). Dann stellt Gott sie dem Menschen als mögliche Partner vor. Na ja, ein wirkliches Gegenüber für den Menschen ist nicht dabei. Deswegen die Sache mit der Rippe, oder besser: Seite, Flanke. Und seitdem besteht die Menschheit aus Mann und Frau – zwei Seiten der Menschheit, die aufeinander bezogen sind und so den „ganzen“ Menschen erge­ben.

Sally ist nur ein Beinahe-Partner des Mensch. Es ist kein Miteinander auf Au­genhöhe möglich (nicht nur wegen des Längenunterschieds). Es ist ein Herrschafts­verhält­nis (auch wenn Sally das manchmal vergisst). Aber: Sally und ich, wir sind beide „lebendige See­len“, Sally hat ähnlich wie die Tiere in dieser alten Geschichte einen Namen bekommen, und sie ist dem Menschen in ihrer Würde immerhin so ähnlich, dass der Schöpfer in seiner Weisheit zumindest den Gedanken hatte: „Vielleicht ist das Tier ja doch das passende Gegenüber für meinen Menschen!“

Die Tiere als Beinahe-Partner. Viele Leute ziehen aus der Theorie von der Entwicklung der Arten den Schluss, der Mensch sei so eine Art Tier. Der Philosoph Hans Jonas dreht die Sache um: Nein, sondern das Tier ist so ähnlich wie der Mensch! – Sie meinen, das ist dasselbe? Überhaupt nicht! Wer den Menschen als eine Art Tier betrachtet, der springt mit den Menschen um wie mit Vieh. Aber wer die Tiere als dem Menschen ähnlich sieht, der geht mit dem Vieh menschlich um.

Sally hat einen Namen. Die meisten Nutztiere haben von der Geburt bis zur Kühltheke nie einen Namen gehabt. Sie sind Ware, nicht lebendige Seele. Nutztierhaltung wird häufig nicht auf die Würde des Tieres ausgerichtet, sondern den „Erfordernis­sen“ industrieller Lebens­mittelproduktion angepasst. Was ich mir wünsche: Dass wir als Ver­braucher den Bogen schlagen vom Fleisch in der Kühltheke zum Blick auf das zugehörige Tier – in seinem „Lebens-“ Umfeld. Dieser Bogen ist nicht einfach. „Quäle nie ein Tier zum Scherz / denn es fühlt wie du den Schmerz!“ – Ja. Nur: Der Otto-Normal-Verbrauchen lässt quälen. Sieht nichts. Hört nichts. Fühlt nichts. Dabei gibt es, was Würde und Schmerzempfinden angeht, keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen Sally und jedem x-beliebigen Schwein, Kalb, Küken.

Man muss nicht Christ sein, um sich die Lebensverhältnisse vieler Nutztiere zu Herzen gehen zu lassen und Konsequenzen zu ziehen. Aber wer Christ ist, für den muss jedes Nutztier mehr sein als bloße Ware. Denn er weiß um den Schöpfer dieser „lebendigen Seele“. Er weiß den Schöpfer des Tieres auch als seinen Schöpfer und seinen Herrn.

Gebet:

Gott, Du bist der Grund und der Schöpfer von allem, was lebt. Nichts, was lebt, ist ohne Dich. Und ich selbst darf dazu gehören. Ich danke Dir für mein Leben. Es ist Deine Gabe und Deine Aufgabe. Gib Du mir Ehrfurcht ins Herz – für mein Leben und für alles, was lebt! Amen.

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Selbsterkenntnis, Gotteserkenntnis, Pfingsten. Andacht zum 13.5.2016 und zu Pfingsten

Erste Frage: Kennen Sie sich selbst?
Wenn Sie jetzt schnell “Ja!” sagen, sind Sie vermutlich ZU schnell. Denn:

  • Sie haben es wohl schon erlebt: „Da hat mich jemand besser gekannt als ich mich selbst!“ Zum Beispiel: Sie trauen sich zu viel zu, und jemand rät Ihnen, es nicht zu übertreiben. Oder Sie trauen sich zu wenig zu, und jemand macht Ihnen Mut. Und Sie entdecken: Der Andere hatte recht, und ich lag falsch mit meiner Selbsteinschätzung!
  • Sie waren schon mal an dem Punkt, wo Sie sich sagen mussten: „Jetzt verstehe ich mich selbst nicht mehr!“ Oder: „Wie konnte ich nur!?“ Oder: „Ich erkenne mich nicht wieder!“ Oder: „Ich weiß nicht mehr, wer ich bin!“

Und trotzdem: Von allen Menschen auf der Welt kennen Sie sich selbst wohl am besten:

  • Sie sind täglich 24 Stunden mit sich zusammen und erleben sich in allen möglichen und unmöglichen Situationen. Auch wenn sonst niemand dabei ist.
  • Sie kennen alle Ihre Gedanken – auch diejenigen, die Sie lieber nicht denken würden und die Sie so schnell niemandem erzählen.
  • Keiner sonst hat direkten Zugang zu Ihren Stimmungen, Gefühlen, Hoffnungen, Träumen, Sorgen, Ängsten oder Ihrer Verzweiflung wie Sie selbst.

Aber ob es wirklich so weit her ist mit der Selbsterkenntnis? Ich bin ja manchmal ganz groß im Vergessen und Verdrängen. Groß auch darin, von mir ein einseitiges Ideal-Bild zu konstruieren. Es gibt auch Leute, die konstruieren von sich ein einseitiges Negativ-Bild – im Sinne von „Ich kann nix und ich bin nix – außer schlecht“.
Trotzdem ist Selbst-Erkenntnis schon etwas typisch Menschliches. Unser Hund erkennt sich gar nicht im Spiegel. Elstern können das. Man kann ihnen nämlich einen Farbpunkt auf den Kopf machen, und vor dem Spiegel versuchen sie, ihn wegzumachen. Da hört es dann aber fast schon auf. Der Mensch noch cleverer in der Selbst-Erkenntnis.
Und was machen Sie, wenn Sie Ihre Selbst-Erkenntnis jemandem mitteilen möchten? Wenn Sie mit-teilen möchten, wer Sie sind und wie Sie sind? Hier ein paar Vorschläge:

  • Reden: Sie erzählen. Ihre Meinungen, Gedanken, Ansichten, Gefühle; Geschichten aus Ihrem Leben, …
  • Gefühle „zeigen“: Ihr Lachen, Ihre Tränen, Ihre Umarmung, Ihre Ab-Neigung, Ihren Zorn, Ihren Schlaf, … Auch ohne Worte kann viel von Ihnen rüberkommen.
  • Miteinander-Leben: Wenn Sie in einer WG, einer Partnerschaft, einer Familie, … zusammen leben oder auch miteinander arbeiten – verlassen Sie sich drauf: Die anderen werden viel von Ihnen kennenlernen. Wohl authentischer als Ihre Brieffreundin oder Ihr Therapeut …

Zweite Frage: Kennen Sie Gott?
Bitte auch da nicht zu schnell „Ja!“ sagen! Wer bin ich kleiner Mensch denn, dass ich sagen könnte: „Ich kenne Gott!“? Schließlich steht in den Zehn Geboten, ich soll mir kein Bild von Gott machen. Weil Gott größer und anders ist, als es die Rahmen aller meiner Bilder zulassen. Ein anderes Gebot: Den Namen Gottes nicht missbrauchen! Denn: Worte bestimmen, grenzen ein, legen fast. Aber auch da gilt: Gott ist größer! Gott ist anders, als es meine Gedanken denken und meine Worte sagen können.
Trotzdem müssen wir – sage ich als Christ – bei der Gotteserkenntnis nicht Dunkeln stehen: Wir können „etwas“ von Gott erkennen. Gott zeigt sich – in den Geschichten und Worten der Bibel; in der Schöpfung; in der Geschichte mit seinem Volk; in den Glaubens-Geschichten vieler einzelner Menschen; in Liedern, Worten, Prophezeiungen, Trost. Vor allem: Gott gibt sich zu erkennen in Jesus Christus. – In seinen Worten und Taten, in seinem Tod, in seiner Auferweckung.
So, und nun zu Paulus. Er hat zur Erkenntnis Gottes noch eine weitere, eine spezielle Antwort. Und die hat mit Pfingsten zu tun. Denn Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes. Wir bekommen es jetzt mit der „Selbsterkenntnis Gottes“ zu tun. Und damit, dass Gott sich mitteilt …

Wir verkünden Gottes geheimnisvolle Weisheit, die bis jetzt verborgen war. Schon bevor Gott die Welt erschuf, hatte er den Plan gefasst, uns an seiner Herrlichkeit Anteil zu geben. (…) Uns hat Gott dieses Geheimnis enthüllt durch seinen Geist, den er uns gegeben hat.
Denn der Geist erforscht alles, auch die geheimsten Absichten Gottes. Wie die Gedanken eines Menschen nur seinem eigenen Geist bekannt sind, so weiß auch nur der Geist Gottes, was in Gott vorgeht. Wir haben aber nicht den Geist dieser Welt erhalten, sondern den Geist, der von Gott kommt. Darum können wir erkennen, was Gott uns geschenkt hat. (…)
Menschen, die sich auf ihre natürlichen Fähigkeiten verlassen, lehnen ab, was der Geist Gottes enthüllt. Es kommt ihnen unsinnig vor. Sie können nichts damit anfangen, weil es nur mit Hilfe des Geistes beurteilt werden kann. Wer dagegen den Geist hat, kann über alles urteilen, aber nicht von jemand beurteilt werden, der den Geist nicht hat. (1. Kor. 2, 7 ff.)

Also: Wie Sie einen exklusiven Zugang zu dem haben, was sich in Ihnen an Gedanken, Gefühlen, an Erinnerungen, Neigungen, Hoffnungen, … abspielt, so ist das auch mit Gott und seiner Selbst-Erkenntnis: Gottes Geist allein ist es, der Gott erkennt!
Und wie teilt Gott sich mit? Antwort: Er gibt Menschen seinen Geist! – „Nicht den Geist dieser Welt (…), sondern den Geist, der von Gott kommt.“
Mhm. Schön und gut, aber woher weiß ich denn, wess‘ Geistes Kind ich bin? Wenn Sie um unsere Bibelstelle herum lesen, entdecken Sie: Für Paulus hängt das an der Person Jesu, speziell an seinem gewaltsamem Tod am Kreuz: Dass Gott da das Wesentliche von sich zeigt und das Wesentliche tut, das kann nur erkennen, wer von diesem Geist bewegt wird. Für die anderen ist das eine Torheit oder ein Skandal. So ähnlich sagt Paulus das.
Wess‘ Geistes Kind bin ich? Eine besondere Antwort steht in unserem Text: Durch Gottes Geist „können wir erkennen, was Gott uns geschenkt hat“! Gott als der, der schenkt! Wenn Sie also Gott vor allem als den Drohenden, den Fordernden, den Gleichgültigen, den Fernen, … erleben, dann sind Sie des FALSCHEN Geistes Kind! Gott SCHENKT – DA liegen Sie richtig, DA sind Sie von Gottes Geist erfüllt!
Es bleibt ein bisschen schwammig mit Gottes Geist. Und wehe, wer Gottes Geist zu vollmundig und zu schnell für sich und seine Meinungen in Anspruch nimmt!
Trotzdem gilt: Gottes-Erkenntnis ist eine Geist-Angelegenheit. Gottes-Erkenntnis durch seinen Geist spielt sich IN Ihnen (Einzahl) und UNTER Ihnen (Mehrzahl) ab.
Gottes-Erkenntnis ereignet sich also nicht allein schon dadurch, dass Sie Bibel-Text „fressen“, dass Sie kluge Leute hören, kluge Bücher lesen, sich kluge Gedanken machen und kluge Gespräche führen. Das alles kann wohl helfen, mehr nicht. Gotteserkenntnis und dann Ihr Glaube, das ist Geist-Angelegenheit. Dieser Geist ist ein Geschenk. Und dieses Geschenk macht Ihnen klar, was Gott Ihnen geschenkt hat.
Gott teilt sich mit durch seinen Geist. Haben Sie was davon? Ganz praktisch? Können Sie was machen? Nein, nichts! Nur: Gott bitten um diesen Geist!

Gebet:
Gott, ich danke Dir für die Momente, wo Du mich nicht im Dunkeln stehen lässt! Wo ich etwas von Dir begreife und verstehe. Oder wo Du mich ins Staunen bringst oder mich tröstest. Wo Du es schenkst, dass ich an Dich glaube! Amen.

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Ein neuer Versuch. Andacht zum 6.5.2016

Die wichtigsten Dramen des Menschseins und der Menschheit finden Sie gleich auf den ersten Seiten der Bibel. Mann und Frau. Paradies und Schlange. Wie das Böse in die Welt kommt. Paradiesische Zustände und ihr Ende. Weiterleben unter erschwerten Bedingungen. Tod, Gott, Arbeit.
Und dann auch: Die lieben Kinder. Es sind zwei Jungen, die Sie mit Namen kennen: Kain und Abel. Keine schöne Geschichte. Es geht um Ungerechtigkeit, Eifersucht und Neid zwischen diesen Menschen, die doch eigentlich Geschwister sind. Und dann der Mord. Abel ist erschlagen. Der Täter, Kain, darf weiterleben und er muss mit dem leben, was er getan hat. Er ist stigmatisiert: Er trägt das Kainszeichen.
Bei Kains Nachkommenschaft finden Sie dann die Entstehung von Zivilisation. Die erste Stadt wird gebaut. Zugleich finden sich unter Kains Nachkommen die ersten Nomaden. Und die Kunst. Die ersten Musiker. Die ersten Leute, die Metall bearbeiten. Der Abschnitt endet dann mit einem gewissen Lamech. Der prahlt, ganz Macho, vor seinen Frauen mit seiner Brutalität. Dem darf keiner zu nahe kommen.
Für mich kommt der buchstäbliche Höhe- und zugleich Tiefpunkt dieser Zivilisations-Entwicklung ein paar Kapitel später: der Turmbau zu Babel. Das endet mit den Ruinen dieses Riesenprojekts und mit einer Welt-Gemeinschaft, die sich in alle Winde verstreut und untereinander völlig verschiedene Sprachen spricht.
Was also die Kain-Linie angeht: Diese Zivilisations-Geschichte hat einen Janus-Kopf. Janus, das war der mit den zwei Gesichtern. Das Projekt „Zivilisation“ hat auch zwei Gesichter. Das eine: Entwicklung, Aufstieg, Kultur. Das andere: Selbstüberschätzung, Gewalt, Untergang.
Ich finde: Das ist sehr aktuell. – Was sagen Sie? Die letzten gut 100 Jahre, sagen wir: ab 1914 und nur nach dem, was Sie wissen: Eher Aufstieg oder eher Abstieg? Optimismus oder Pessimismus? Für beide Sichtweisen gibt es starke Argumente.
Und Ihre persönliche Lebensgeschichte der letzten 10 Jahren: Eher Weiterentwicklung und Reifung? Oder eher Rückschritt und Verfall? Wahrscheinlich lassen sich auch da für beide Sichtweisen Argumente finden. Es hängt an der Brille, durch die Sie sich das begucken …

Und die Eltern von Kain und Abel, Adam und Eva? Ich glaube ja nicht, dass die Zwei historische Gestalten gewesen sind. Sondern: Sie repräsentieren sehr „typisch“, mehr noch als historische Personen, das, was Menschsein ausmacht.
Und im Blick auf die beiden Kinder ist ihr Menschsein nach dem Brudermord an einem entsetzlichen Punkt: Sie selbst hatten ja das Paradies, die heile Welt, verspielt. Und an ihren Kindern sehen sie nun, wie das Böse geradezu übermächtig geworden ist. Jetzt ist der eine Sohn tot, und der andere ist der Mörder und ist in die Ferne geflohen. Das ist beides zugleich, dass Kain weg ist: „schlimm“ und „besser so“.
Ich weiß ja nicht, was sich die Beiden mal unter Familie vorgestellt hatten. Jedenfalls: Jetzt stehen sie vor dem Trümmerhaufen ihrer Ideale.

Und nun? Die Geschichte nimmt für dieses Paar noch mal eine überraschende Wendung:

Adam schlief wieder mit Eva, und sie gebar noch einmal einen Sohn. Sie nannte ihn Set, denn sie sagte: »Gott hat mir wieder einen Sohn geschenkt! Der wird mir Abel ersetzen, den Kain erschlagen hat.« Auch Set wurde ein Sohn geboren, den nannte er Enosch. Damals fingen die Menschen an, im Gebet den Namen des Herrn anzu­ru­fen. (Genesis 4, 25-26)

Die Zwei versuchen es also noch einmal. Auf ihre alten Tage. Nach all dem Fürchterlichen. Ohne irgendein Indiz, dass es diesmal besser laufen könnte. Es kann dort weiter gehen und es geht dort weiter, wo es mit dem ermordeten Abel geendet hatte.
Ich übersehe es hier mal dezent, wie problematisch das ist, wenn ein Geschwisterkind die Ideale erfüllen soll, die ein anderes nicht erfüllen konnte – hier durch frühen Tod …
Unsere Geschichte liefert uns nur ganz dürre Aussagen. Auch bei Seth gibt es Nachwuchs. Und was bringt diese Familie, die Seth-Linie, hervor? Etwa auch Zivilisation, Städtebau, Kultur, Handwerkskunst, Machismo und Prahlerei?
Nein, etwas ganz anderes: „Damals fingen die Menschen an, im Gebet den Namen des Herrn anzurufen.“
Religion also. Aber nicht die großen Opfergaben wie bei Kain und Abel. Oder dass jeder seinen eigenen Altar baute. Nein, sondern: Gebet! Sie rufen zu Gott, sie treten mit ihm in Verbindung. Sie beziehen sich auf ihn. Ich finde, das ist eine bescheidene, aber doch ganz wichtige Gegen-Linie zu der Nachkommenschaft Kains.

Kain und Adel kennt fast jeder. Den Seth kennt kaum jemand. Und doch steht in seiner Nachkommens-Linie der Anfang des Gebets. Später finden wir unter seinen Nachkommen solche Leute wie Noah, den Gott aus den Fluten rettet. Und Abraham, der Stammvater des Volkes Israel. Und: Im Stammbaum Jesu Christi steht Seth auch. Es ist dieselbe Linie.

Was Sie von all dem mitnehmen können? Auf alle Fälle diese Hoffnung von Adam und Eva, die sich nicht unterkriegen lässt. Ihre Leidenschaft für das Leben, die die Zwei an den Tag legen. Auch wenn das Paradies nicht mehr ist. Gegen alle schlechten Erfahrungen, gegen eigenes Versagen.
Was noch? Vielleicht sollten Sie sich manchmal ganz bewusst unter die Kinder des Seth mischen. Und das für sich nachvollziehen, das ebenfalls tun: Die bescheidene Hinwendung zu Gott. Im Gebet. Immer wieder. Das wird vielleicht wichtiger sein als die ganz großen und manchmal großkotzigen Worte und Taten vor den Leuten.

Gebet:

Gott, ich wende mich an Dich. Klein, wie ich bin. Mit meinem winzigen Einfluss, mit meinen engen Grenzen, mit meiner Schuld, mit meinen Enttäuschungen und meiner ungestillten Sehnsucht. Sei und bleibe mir Halt und Fundament! Und gib mir Mut zum Aufstehen und Neu-Beginn! Amen.

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Gott selbst – unser Ort. Andacht zum 29.4.2016 und zu Christi Himmelfahrt.

von Klaus Honermann, Schermbeck

Im Fernsehen gibt es Sendungen über Menschen, die auswandern, um in einem anderen Land noch mal neu durchzustarten. Oft verbinden sich Träume und Sehnsüchte damit. Und dann erfahren sie nicht selten, dass sie auch dort nicht den Himmel auf Erden haben.
Dann wiederum gibt es Menschen, deren Zuhause die Straße ist, die „keinen festen Wohnsitz“ haben, wie es in der Amtssprache heißt. Manchmal haben sie einen Hund als Begleiter, um so etwas wie Nähe und Wärme zu spüren.
Bundeswehrangehörige werden manchmal an immer neue Standorte versetzt. Wo sind sie zuhause?
Und dann sind da die Flüchtlinge und Migranten, die bei uns Fuß zu fassen versuchen.
Wo sind wir zuhause? Ist schon alles gesagt, wenn ich von mir sage: Ich komme aus Schermbeck?

An diesem Fest Christi Himmelfahrt stellt sich die Frage nach dem Zuhause aus einer ganz eigenen Perspektive. Aus der Perspektive Jesu, der gesagt hat:

„Der Menschensohn hat keinen Ort, wohin er seinen Kopf hinlegen kann.“ (Mt 8,20)

In gewissem Sinn ist also auch er ein Mann von der Straße, ohne festen Wohnsitz. Er lebte mal in Bethanien bei seinem Freund Lazarus und Maria und Martha, er lebte mal hier, mal dort. Und als er von zwei Jüngern von Johannes dem Täufer gefragt wurde: „Rabbi, wo wohnst Du?“, da sagte er lapidar: „Kommt und seht!“
Und doch hatte Jesus ein ganz eindeutiges Zuhause. Er war nicht ruhelos unterwegs, ohne zu wissen, wo er hingehört. Er wusste genau, wo er hingehört. Als seine Eltern ihn als 12jährigen voller Angst gesucht und dann im Tempel gefunden hatten, da sagt er zu ihnen:

„Wusstet ihr nicht, dass ich im Hause meines Vaters sein muss?“ (Lk 2,49)

Mit anderen Worten: „Mein Zuhause ist mein himmlischer Vater!“
Auf Jesus trifft das Wort des Hl. Augustinus in ganz besonderer Weise zu:

„Gott selbst wird unser Ort sein.“

Der „Ort“, wo Jesus ganz zuhause war, ist Gott selbst. Wenn wir seiner Lebensspur folgen, können wir das auch für uns so sehen: Der „Ort“, wo wir ganz zuhause sind, wo wir ganz hingehören, ist Gott selbst, ist der Himmel Gottes.
Wenn wir in dieser Woche das Fest Christi Himmelfahrt feiern, dann führen wir uns vor Augen,
dass Jesus dorthin heimgekehrt ist, wo immer schon sein Zuhause war.
Und Jesus nimmt uns mit bei seiner Himmelfahrt. All das, was er auf Erden erfahren hat, alles Aufgenommen-Werden und alles Abgelehnt-Werden, nimmt er mit heim wie jemand, der von einer Dienstreise zurückkehrt und seiner Familie berichtet, was ihm unterwegs geschehen ist. Heinrich Böll hat mal ein Buch geschrieben mit dem Titel: „Ende einer Dienstfahrt“. Das „Ende einer Dienstfahrt“ der besonderen Art besteht darin, dass die Mission erfolgreich beendet ist: Jesus hat uns heimgeholt in die Wirklichkeit Gottes.
Jesus nimmt uns persönlich mit zum Vater. Es tut gut zu wissen: Da ist jemand im Himmel, der mich mitgenommen hat. „Wir sind jetzt nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Hausgenossen Gottes“, sagt der Apostel Paulus in seinem Brief an die Gemeinde in Ephesus (Epheser 2,19).
Sind das nur stimmige theologische Gedanken oder hat das Auswirkungen für unser Alltagsleben?
„Gott selbst wird unser Ort sein.“ Eine erste Folge ist, dass ich an allen Orten ein Zuhause finden kann, ob das jetzt bei mir Schermbeck ist oder anderswo. Auch wenn ich mich irgendwo nicht besonders wohl fühle: Gott ist aber auch dort!
„Gott selbst wird unser Ort sein.“ Eine zweite Folge: Diese Ortbestimmung menschlichen Daseins gilt für alle Menschen und überwindet so einen überzogenen Nationalismus. Denn alle anderen können auch „Hausgenossen Gottes“ sein – und so meine Mitbewohner.
„Gott selbst wird unser Ort sein.“ Eine dritte Folge: Wenn unsere persönliche „Himmelfahrt“ einsetzt am Ende unseres Lebens – ob das jetzt mit 90 Jahren oder 19 Jahren ist – dann dürfen wir glauben: Mein Leben endet nicht auf dem Friedhof. Denn das, was zu Lebzeiten galt – „Gott selbst wird unser Ort sein.“ – das gilt jetzt erst recht!
„Gott selbst wird unser Ort sein.“ Eine vierte Folge: Ich selbst, wir selbst können der Ort Gottes sein. Was für eine wunderbare Dimension unseres Lebens: Andere können in mir, können unter uns Gott finden. Sind wir uns dieser Größe genügend bewusst?

Wenn an diesem Fest Christi Himmelfahrt bei uns in Schermbeck und in vielen anderen Gemeinden Kinder Jesus Christus zum ersten Mal in der Eucharistie empfangen, dann wünschen wir ihnen, dass sie entdecken, dass Christus ihnen den Himmel in seinem Herzen immer offen hält. Dass er – was immer auch geschieht – sein Ohr und sein Herz offen hat für ihre Freuden und Leiden. Wir wünschen den Kindern und ihren Familien, dass ihr Herz bei der Kommunion und im übrigen Leben zum Himmel wird für Christus. Und wir können das uns allen ebenso wünschen.

Frohe Himmelfahrt!

Klaus Honermann

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Beten – ein Gräuel (?) Andacht zum 22.4.2016

Als Christ finde ich Beten wichtig. Beten ist Hinwendung zu Gott. Ihm sagen, was mir an Schönem oder Schwerem auf dem Herzen liegt. Ihm erzählen, was mich beschäftigt. Ihm für Gutes danken und für Schweres und Schlimmes bitten. Vor Gott diejenigen Leute und Anlie­gen bringen, an die ich denke, denken will, denken muss. Mit eigenen Worten. Oder mit Worten, die ich mir bei anderen geliehen habe. Oder direkt von Jesus: das Vaterunser. Allein oder mit anderen; gesprochen, gedacht, gesungen …
Beten ist Beziehungspflege. Sicher nicht die einzige Form, wie ich meine Beziehung zu Gott pflegen kann. Aber eine ganz wichtige. Beziehung zu Gott ohne Gebet, dass kann und mag ich mir nicht vorstellen. Selbst in Zeiten, in denen mein Gebet eher flau, „geronnen“, routiniert und ohne viel Begeisterung ist.
So, und gleich kommt der Hammer, den ich vor kurzem in der Bibel im Sprüche-Buch ausgegraben habe: Das Gebet – ein Gräuel! Grauenhaft! Fürchterlich! – Wie kann sowas in der Bibel stehen, ausgerechnet dort?
Also: Was kann ein Gebet zu einer grauenhaften Angelegenheit machen? Vielleicht, wenn es nicht ehrlich ist? Oder wenn ich dabei nicht Gott, sondern eventuelle Mit-Hörer im Blick habe? Oder nichts als eine lange Wunschliste an den lieben Gott? Oder geschwollene und gestelzte Worte? Oder eine gedankenlos heruntergerasselte Litanei? Oder: Beten nur in Notfällen? Oder Gott nur auswendig gelernte oder vorgelesene Texte vortragen? Oder aber: Immer nur aus der faden Suppe der eigenen Begriffe und Phrasen geschöpft? Oder, oder …?
Nein, die Antwort lautet ganz anders – jedenfalls in diesem Spruch. Hier ist er:

Wer sein Ohr abwendet, um die Weisung nicht zu hören, dessen Gebet ist ein Gräuel. (Sprüche 28, 9)

Aha! Beten wird hier nicht zum Gräuel dadurch, was ich SAGE. Sondern: Ob ich HÖRE!
Wenn Sie sich jetzt den Anfang dieser Andacht nochmal vergegenwärtigen, werden Sie entdecken: Das, was ich da ganz positiv als „Beten“ beschrieben habe, hat genau diesen Haken: Es ist ein Auf-Gott-Einreden. Von Stille und von Hören war da nicht die Rede! Aber genau das gehört dazu!
Es ist, wie wenn Sie sich mit einem anderen Menschen unterhalten: Wenn nur der andere redet, ist es bestenfalls ein Vortrag. Oder eine „Predigt“, so wie jetzt . Aber es kann auch sein, dass Sie sich zugequatsch, zugemüllt fühlen. Dann nämlich, wenn sich der andere in seinem Wortschwall scheint’s gar nicht dafür interessiert, ob das überhaupt bei Ihnen ANKOMMT, WIE es ankommt und was SIE denn dazu meinen.
So auch beim Beten: Wenn Sie oder ich bei Gott einfach nur unsere Freude oder unsere Beschwerden und Wunschlisten abliefern und uns gar nicht dafür interessieren, wie das bei Gott ankommt und was er uns eventuell zu sagen, zu schenken, zu ermutigen oder zu kritisieren hat, dann machen wir Gott faktisch zu unserem „Mülleimer“. Und das ist ein Gräuel.
Positiv gewendet, sage ich es so: Es wäre schon gut, wenn unsere Gebete nicht gehetzt sind, sondern langsam. Wenn auch Stille darin vorkommt. Und: Die Bereitschaft, uns in Frage stellen zu lassen! Neues aufzunehmen. Unser Spruch könnte dann so lauten:

Wer sein Ohr Gott hinhält und bereit ist, seine Weisung zu hören, dessen Gebet ist ein Geschenk für den Betenden und eine Freude für Gott.

Gebet (von Otto Rietmüller):

Zeig uns dein königliches Walten. // Bring Angst und Zweifel selbst zur Ruh. // Du wirst allein ganz Recht behalten: //Herr, mach uns still – und rede Du!

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Wie gelähmt. Andacht zum 15.4.2016

Bitten Sie manchmal um Hilfe? Können Sie das – um Hilfe bitten? Wahrscheinlich schon. Sie haben ja schließlich einen Mund. Und ein Telefon.
Wenn Sie trotzdem sagen: „Ich kann schlecht um Hilfe bitten!“, dann ist das eigentlich das falsche Wort: Sie KÖNNEN schon, aber Sie WOLLEN nicht. Was dahinter steckt: Vielleicht wollen Sie niemandem „zur Last fallen“. Oder Sie „müssen“ alles allein schaffen. Oder Sie wollen nicht „in der Schuld“ von jemandem stehen und es „wieder gutmachen müssen“. Oder Sie finden, dass Sie es nicht wert sind, dass sich jemand um Sie kümmert. Na ja. „Eigentlich“ finde ich ja, dass das alles Quatsch ist. Auf der anderen Seite bin ich in einer fremden Gegend auch nicht der Erste, der nach dem Weg fragt.
Ein richtiges Positiv-Beispiel für „um Hilfe bitten“ ist ein blinder Bettler namens Bartimäus. Als der am Wegesrand mitbekommt, dass Jesus in der Nähe ist, fängt er an, lautstark nach ihm zu schreien. Und als die Leute ihn zur Ruhe bringen wollen, da schreit er nur noch mehr – bis Jesus ihn zu sich holen lässt. Als Jesus ihn dann fragt, was er denn will, da sagt er es ganz klar: Er will sehen! Und das passiert dann auch: Er sieht! Und er folgt Jesus auf seinem weiteren Weg.
Es gibt aber auch noch ein Kontrast-Beispiel: Jesus kommt nach Jerusalem und geht zum Teich Bethesda – eine Art Kurbad mit Säulengängen drumherum. Dort liegen Scharen von Kranken, Blinden, Lahmen, Ausgemergelten. Wieso? Manchmal bewegt sich das Wasser. Und wer dann zuerst im Teich ist, wird geheilt. So sagt man es jedenfalls.
Einer liegt dort, der ist schon 38 Jahre lang gelähmt. Und lange, lange liegt er nun schon jeden Tag an diesem Teich. Anders als in der Bartimäus-Geschichte scheint der Gelähmte aber nichts von Jesus mitzubekommen. Es läuft andersrum:

Als Jesus diesen daliegen sah und wusste, dass es schon lange Zeit so mit ihm steht, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden?

Also kein Bartimäus, der nach Jesus schreit, kaum dass der auftaucht. Nein, Jesus „entdeckt“ den Gelähmten, spricht ihn an. Die Frage ist ein bisschen wie bei Bartimäus. Hier: „Willst Du gesund werden?“ Na, was meinen Sie? Was antwortet dieser Gelähmte nach 38 Jahren?
Genau diese Frage habe ich vor einiger Zeit bei einer Gesprächsrunde in meiner forensischen Klinik gestellt. Zwei Teilnehmer waren da, beide schon mehrere Jahre hinter Gittern sind. Beide, sehr spontan: „Nein!“ In dem Moment wurde mir klar: Nach mehreren Jahren Forensik „kennt“ man den so lange Gelähmten ziemlich gut. So direkt sagt der zwar nicht „Nein!“ zu Jesus, aber es geht in dieselbe Richtung:

Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, dass er mich, wenn das Wasser bewegt worden ist, in den Teich werfe. Während ich aber komme, steigt ein anderer vor mir hinab.

Ja, die soziale Kälte. Keiner kümmert sich um den armen Kerl. Aber ich glaube ihm die Nummer nicht so ganz. Hätte er wirklich niemanden, er hätte vor Hunger, Durst und Dreck nicht mal ein Jahr geschafft, jedenfalls keinesfalls 38 Jahre. Und: Er kann zum Wasser kommen, nur eben langsam. Wieso ist er in 38 Jahren nicht auf die Idee gekommen, sich direkt ans Wasser zu legen? Und sich hineinplumsen zu lassen, kaum dass es sich bewegt?
Die anderen sind schuld. Und so umschifft er die Frage: „Willst Du gesund werden?“ Er hat es sich im Laufe der Jahre ganz gut arrangiert auf seiner Matte; mit den Almosen; mit seiner festen Über­zeugung, gelähmt zu sein; mit seiner Gewissheit: die herzlosen anderen sind schuld!
Sie merken: Der Typ ist mir nicht sympathisch. Ich kenne ich das, wie anstrengend, wie nervend es sein kann, wenn einem jede Ermutigung und jede konstruktive Idee aus der Hand geschlagen wird. Der Gelähmte am Teich Bethesda auf seiner Matte sitzt – nein: liegt – am längeren Hebel. Es gibt da so Joker, die sind unschlagbar: „Ich kann aber nicht!“; „Ach, es hat sowieso alles keinen Sinn!“; „Sie kennen meinen Mann / meine Frau / meine Eltern / meine Kinder nicht!“
Was denke ich mir dann? „Wer nicht will, der hat schon! Dem geht’s wohl noch zu gut! Das muss er selbst wissen, ist ja schließlich mehr als 3×7 Jahre!“ Vielleicht melde ich ihm noch das Spielchen zurück, das er da gerade mit sich und mir veranstaltet. Jesus reagiert anders:

Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett auf und geh umher!

Der Volksmund nennt so etwas: „Jemandem Beine machen“. Jesus fordert den Gelähmten gerade heraus zu etwas auf, wovon der doch seit Jahrzehnten „weiß“: „Das geht nicht!“ Da hat der Gelähmte doch jetzt sicher ein „Aber“ als Entgegnung, oder? Nein, hat er nicht! O Wunder:

Sofort wurde der Mensch gesund und nahm sein Bett auf und ging umher. (alles: Johhannes 5, 1 ff.)

Da hört einer auf, darauf zu warten, dass andere ihn an sein Ziel tragen. Da fängt einer an, sich etwas zuzutrauen und sich auf seine Beine zu stellen. Da wickelt einer die Matte, sein „Bett“, zusammen, auf der er es sich so lange bequem gemacht hatte. Da fängt einer von jetzt auf gleich ein neues Leben auf zwei Beinen an, obwohl das doch mit vielen Fragezeichen und Unsicherheiten behaftet sein muss. Und all das, weil Jesus ihm das sagt. DAS ist das Wunder.
Als der blinde Bartimäus wieder sieht, da folgt er Jesus auf seinem Weg. Als unser Gelähmter plötzlich wieder läuft, folgt er Jesus nicht. Gibt es Hinweise auf Euphorie? Worte des Dankes? Fehlanzeige, nichts davon ist überliefert. Stattdessen zeigt der Fortgang der Geschichte: Der Geheilte weiß noch nicht mal genau, wer das denn war, der ihn da geheilt hat. Aber immerhin: Er liegt nicht mehr am Boden!
Wieso hat Jesus ausgerechnet DIESEN Menschen unter all den Patienten am Teich Bethesda „gesehen“? Wieso angesprochen? Wieso gerade ihm Beine gemacht?
Dazu steht kein Wort im Text. Meine Vermutung: Jesus sieht vielleicht GERADE Menschen, die nicht nur an den Beinen, sondern auch in der Seele gelähmt sind, die für sich keine Hoffnung haben, die es sich mit ihrem Elend arrangiert haben und gern anderen dafür die Schuld in die Schuhe schieben. Jesus ist mit seiner „Zu-Mutung“ auch noch für diejenigen da, die mich mit ihrer Hoffnungslosigkeit gehörig angesteckt hätten. Und so kommt es dann, dass einer, der sich selbst nichts zutraut, aber den Mitmenschen alles Schlechte, dass der auf die Beine kommt. Einfach weil er es sich von Jesus sagen lässt.
Seine Matte soll der bis dahin Gelähmte nehmen und gehen. – Wieso? Er braucht sie doch nun nicht mehr, die kann doch ein anderer Sieche erben? Oder?
Falsch! Er wird sie immer wieder brauchen! Auch als geheilter, als gesunder Mensch wird er immer wieder zu Boden gehen und alle Viere von sich strecken. Die Meisten tun das jede Nacht. Und er wird vielleicht nochmal für längere Zeit wieder auf der Matte landen – auch geheilte Gelähmte können eine Grippe kriegen. Solche Zeiten sind vonnöten, man kann sie nicht straflos abkürzen. Aber: 38 Jahre müssen es vielleicht ja nicht wieder werden …
Was ich aus dieser Geschichte lernen möchte?

  • Mich nicht so leicht von der lähmenden Hoffnungslosigkeit anderer anstecken zu lassen.
  • Immer mal wieder der Blick auf „meine“ Matte: Wo bleibe ich, wenn ich wie gelähmt bin? Wenn mich die nächsten Schritte überfordern? Wo darf ich dann sein? Wo ausruhen? Was hält mich und meine Last?
  • Die Frage auf der Matte: Ist DIESE Matte die richtige? Erlaube ich mir, noch zu bleiben, wenn es nötig ist?
  • Wem schiebe ICH vielleicht mein Unglück als Ausrede für’s Liegenbleiben in die Schuhe?
  • Ist es – schon – Zeit, mich wieder auf die eigenen Beine zu stellen und einen ersten Schritt zu tun?
  • Die Frage von Jesus möchte ich mitnehmen: „Willst Du gesund werden?“ Und seine klare Ansage: „Steh auf!“

Gebet:
Christus, den anderen kann ich vieles vormachen. Mir auch. Aber Dir nicht. Danke, dass Du mir nicht alles durchgehen lässt, mich hinterfragst, mir Beine machst! Amen.

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