Der Turm zu Babel. Gedicht zum 7.2.2020

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Beim Gemüse geht es um die Wurst. Andacht zum 24.1.2020

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Wir befinden uns in Babylonien. Nach einem verlorenen Krieg sind viele Juden dorthin deportiert worden …

(König) Nebukadnezar befahl seinem Palastvorsteher (…), junge Israeliten (…) auszusuchen. »Sie müssen gesund sein und gut aussehen«, sagte er. »Außerdem müssen sie klug und verständig sein und eine umfassende Bildung haben, damit sie zum Dienst in meinem Palast geeignet sind. Und dann sollen sie auch unsere Sprache und Schrift lernen.« Drei Jahre lang sollten die jungen Leute ausgebildet werden (…). Der König ordnete an, dass sie jeden Tag Speisen und Wein von seiner eigenen Tafel bekamen. Unter den ausgesuchten jungen Männern aus Juda waren auch Daniel, Hananja, Mischaël und Asarja. (…)

Daniel war fest entschlossen, kein Essen und Trinken von der Tafel des Königs anzurühren, um nicht (kultisch) unrein zu werden. Deshalb bat er den Palastvorsteher, nicht von den Speisen des Königs essen zu müssen. Gott half ihm, so dass der Palastvorsteher ihn wohlwollend anhörte. Allerdings sagte er zu Daniel: »Ich habe Angst vor (…) dem König. Er hat selbst bestimmt, was ihr essen und trinken sollt. Wenn er feststellt, dass du und deine drei Freunde schlechter aussehen als die anderen jungen Leute, lässt er mir den Kopf abschlagen.«

Daniel wandte sich an den Aufseher, den der Palastvorsteher für ihn und seine drei Freunde bestimmt hatte. »Mach doch einmal 10 Tage lang einen Versuch mit uns«, bat er ihn. »Lass uns Gemüse essen und Wasser trinken! Danach vergleichst du unser Aussehen mit dem der andern jungen Leute, die ihr Essen von der Tafel des Königs bekommen. Und dann entscheidest du, was weiter geschehen soll!« Der Aufseher war einverstanden und ging auf den Versuch ein. Nach Ablauf der 10 Tage zeigte es sich, dass Daniel und seine Freunde sogar besser und kräftiger aussahen als die andern jungen Leute (…). Da ließ er ihnen weiterhin Gemüse geben. (…)

Am Ende der Zeit, die König Nebukadnezar festgesetzt hatte, sollten ihm alle jungen Leute zur Prüfung vorgeführt werden. Als der Palastvorsteher sie zu ihm brachte und er sich mit ihnen unterhielt, zeigte es sich, dass Daniel, Hananja, Mischaël und Asarja allen anderen überlegen waren. Sie wurden in den königlichen Dienst aufgenommen, und sooft der König in schwierigen Fragen ihren Rat suchte, merkte er, dass sie zehnmal klüger waren als alle Gelehrten und Magier in seinem ganzen Königreich.

Wie hältst Du’s mit dem Gemüse?“ – Diese Gretchenfrage ist hier tatsächlich eine Glaubens-Frage. Daniel will ja aus Glaubensgründen nicht alles essen.

Eine total moderne Bibel-Geschichte ist das: Auch heute ist für manche Leute die richtige Ernährung eine Glaubensfrage, ein Thema, das man mit religiösem Eifer diskutiert, und wie für den Palastvorsteher eine Frage über Leben und Tod. Heute wundert es uns allerdings gar nicht, dass Daniel und seine Freunde mit ausgewogener pflanzlichen Ernährung besser aussehen als die, die sich Fleisch und Wein von der königlichen Tafel kommen lassen. Nein, die Stellen zum Wundern in dieser Geschichte sind ganz andere:

  1. Daniel und seine Freunde sind völlig fremd am Hof, sie sprechen die Sprache dort nicht und haben sowieso nichts zu sagen. Dennoch: Wo es für sie ums Ganze geht, um ihren Glauben und ihren Gott, da machen sie den Mund auf, bitten, verhandeln und – überzeugen.

  2. Der Palastvorsteher und sein Aufseher spielen mit. Obwohl sie doch keine Ahnung von den jüdischen Lebens- und Glaubensgewohnheiten ihrer Lehrlinge haben. Und sie riskieren auch noch ihr eigenes Leben.

Natürlich geht es Daniel und seinen Freunden nicht um gesunde Ernährung. Auch nicht um Tier-Ethik, zumal die Haltungsbedingungen vermutlich ganz akzeptabel waren. Nein, sondern: Das Essen vom Königstisch ist nicht „koscher“, nicht kultisch rein. Es ist von „unreinen“ Tieren (z.B. Schweinen), und es ist nicht nach jüdischem Brauch zubereitet. In Daniels Augen kann das unmöglich Gottes Wille sein, und darum sagt er: „Nein!“

Ja muss Daniel denn ausgerechnet die Gemüse-Frage zur Glaubensfrage erheben, zur Frage über Sein oder Nicht-Sein? Ja! Zumindest für die Juden in Babylonien. Denn: Wenn man als kleine Gemeinschaft in der Fremde lebt, sichern solche „Äußerlichkeiten“ das Überleben als Gemeinschaft. Ohne diese Besonderheiten hätten sich diese Gruppen aufgelöst wie ein Zuckerwürfel in einer Tasse Tee. Erst recht, wenn sich darin die Treue der Menschen zu Gott ausdrückt – in einer Welt, die anderen Göttern, anderen Werten hinterher läuft.

Knapp 700 Jahre später hat der Apostel Paulus die Gemüse-Frage ziemlich anders beantwortet. In den christlichen Gemeinden seiner Zeit fragte man nämlich: „Wie sollen wir’s als Christen mit den jüdischen Speisevorschriften halten?“ Und: „Dürfen wir beim Metzger Fleisch kaufen, wenn der das Tier womöglich einem heidnischen Gott geopfert hat?“ – Paulus sagt (sinngemäß): „Gott hat alles gemacht, und alles ist rein. Du kannst es mit Freude und Dankbarkeit essen. Aber: Wenn Du noch nicht so weit bist, sondern denkst, es gäbe da nach Gottes Willen Beschränkungen, dann musst Du verzichten. Und wenn Dein Gewissen Dir das Fleisch erlaubt, aber Dein Steak Deinen Mitchristen neben Dir mit einem anders tickenden Gewissen in Versuchung führt, dann musst Du es aus Liebe und Rücksichtnahme eben lassen!“ – Kurz und knapp: „Handle konsequent nach dem, was Du für Dich als Gottes Willen erkennst – aber nimm Rücksicht auf die anderen!“ Allerdings hat die Rücksichtnahme Grenzen. Sonst hätte der mit dem engen Gewissen mich ja völlig in der Hand.

Da schreibt Paulus Ihnen etwas ins Stammbuch, was Ihnen atemberaubend viel zutraut und ebenso viel zumutet: Paulus traut einem Christenmenschen zu, selbst nach Gottes Willen zu fragen und zu eigenen Ergebnissen zu kommen, diese Ergebnisse selbst immer wieder zu bedenken und zu ändern – auch wenn die Mitchristen zu ganz anderen Ergebnissen kommen!

Und: Paulus mutet Ihnen zu: „Das, was Du als Gottes Willen erkannt hast, das musst Du tun!“

  • Die Frage, wie „eng“ ich es in diesem Frühjahr beim Ausfüllen der Steuererklärung sehen muss, entscheidet sich nicht daran, wie es die anderen machen, sondern wie ich es als richtig oder falsch vor Gott erkenne.

  • Was ich alles besitzen „muss“, orientiert sich nicht automatisch am Nachbarn oder am Armutsideal von Franz von Assisi, sondern daran, was ich beim Abwägen, Beten und im Blick auf Jesus als richtig erkenne.

  • Was ich für eine schöne und verant­wortungs­volle Gestaltung von Liebe und Partnerschaft halte, das sollte ich nicht blind kopieren von den Leuten um mich herum. Egal, in welchen Kreisen ich mich da bewege.

Bei all dem und vielem mehr: Ich plädiere nicht dafür, alle vorgefundenen Regeln über Bord zu werfen. Sondern: Ich plädiere gegen blinden Gehorsam, gegen blinde Anpassung. Und für: Kopf und Herz einschalten, prüfen, Mut zur eigenen Meinung!

Ich sollte es mir nicht ersparen, selbst nachzudenken, abzuwägen, meine Fragen mit ins Gebet zu nehmen und mich auf Jesus auszurichten. Was ich so als Gottes Willen erkenne oder zu erkennen glaube, das soll gelten. Und wenn ich meine, ich müsste um Gottes Willen Gemüse essen, dann soll das eben so sein, auch wenn alle anderen das schräg finden.

Daniel ist ein gutes Beispiel für diese unmittelbare Rück-Bindung an Gott, für diese Freiheit gegenüber den Menschen und diesen Mut. Paulus auch. Der Eine hat nur Gemüse gegessen, und der Andere das heidnisches Fleisch. Beide haben so und nicht anders richtig gehandelt. Tun wir es ihnen gleich, nicht nur beim Essen!

Gott, ich gehorche oft nicht Dir, sondern anderen Herren: anderen Menschen mit ihren Vorstellungen von Richtig und Falsch, von Gut und Böse. Oder meinem eigenen, kleinlichen oder laxen Gewissen. Und dabei schulde ich doch Dir und nur Dir Gehorsam. Ich bitte Dich: Lass mich Deinen Willen erkennen und gib mir den Mut, ihn dann auch zu leben! Amen.

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„Was sollen wir tun?“ Andacht zum 17.1.2020

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„Was sollen wir tun?“ – So fragen die Leute Jesus (Johannes 6, 28).

Was soll ich tun?“ Das hatte ich mich vor kurzem auch gefragt. Ich war erkältet, die Nacht war kurz. Und nun, am Morgen? Arbeiten gehen? Oder besser zu Hause bleiben? Oder hinfahren, aber nur das Nötigste tun? Ich habe die letzte Variante gewählt. So würde ich meine Gesundheit berück­sichtigen. Zugleich würde ich die Leute nicht hängen lassen bei den Treffen, die ich nicht mehr gut absagen konnte. Die anderen Möglichkeiten wären nicht grundfalsch gewesen, aber diese Variante „Arbeiten im Schongang“ schien mir die beste.

So allgemein die Frage „Was sollen wir tun?“ ist – bei den Leute in unserer Bibelstelle ist es spezieller:

  1. Sie fragen nicht sich oder irgendwen, sondern sie fragen Jesus.

  2. Die komplette Frage lautet: „Was sollen wir tun, damit wir die Werke Gottes wirken?“

Bei der Erkältungs-Frage habe ich nicht Jesus gefragt. Und ich habe mich auch nicht gefragt, welche Lösung denn aus Gottes Sicht besonders gut oder besonders schlecht gewesen wäre.

Hätte ich mich das gefragt, hätte das wohl nicht viel geändert: Erstens glaube ich: Gott will, dass es mir gut geht und dass ich mein Ergehen wichtig nehme. Also Sich-Schonen. Zweitens glaube ich aber auch: Gott hat mich in eine Gemeinschaft gestellt, in der es für mich auch Verantwortung und Pflichten gibt, so dass es auch den anderen gut geht. Also das gleiche Dilemma, wie ich es zu Anfang beschrieben habe.

Nun gibt es allerdings Menschen, die sind in solchen Dingen sehr einseitig:

  1. Die einen haben immer nur ihr eigenes Wohlergehen im Sinn – und denen sind die Mitmenschen ziemlich egal.

  2. Die anderen haben immer nur das Wohlergehen und die Zufriedenheit der Mitmen­schen im Sinn – und die sind sich selbst ziemlich egal und nehmen keine Rücksicht auf sich.

Für die einen wie für die anderen hätte die Frage nach Gottes Willen und Jesus als Adressat eine direkte Folge: Es käme für die Entscheidung derjenige Aspekt mit ins Spiel, der vorher fehlte.

Wie könnte Jesu Antwort lauten auf die Frage „Was sollen wir tun?“? Das haben wir im „Bibelcafé“ besprochen, bevor ich die Auflösung gab. Antwort-Vorschläge waren zum Beispiel: Die Zehn Gebote; das Doppel­gebot der Liebe; Verzeihen; Beten; in die Kirche gehen; …

Wir haben aber auch entdeckt: Kein „Regelwerk“ löst deswegen alle Probleme. „Nicht töten“ steht in den Zehn Geboten, und wir fanden das alle gut. Aber was ist mit Notwehr? Was mit Tyrannenmord? Manchmal gibt es eben wichtige Werte, die nicht unter einen Hut zu bekommen sind. Nicht erst beim Tyrannenmord, auch schon bei der Frage von Erkältung und Arbeiten-Gehen: Ich kann nicht immer allen tollen Idealen und guten Regeln gleichzeitig gerecht werden. Es geht nicht ohne Denken. Nicht ohne Sich-Beraten. Nicht ohne Kom­promisse.

Und eine andere Entdeckung: Wenn es so viele meistens gute Regeln gibt, wieso läuft dann so vieles verkehrt? In der großen, weiten Welt? In meinem eigenen Leben? Da gibt es neben dem, was Gott vermutlich will oder was vernünftig und verantwortlich wäre, offenbar noch diesen und jenen ganz anderen Willen. Ich kann scheint‘s verschiedene Dinge gleichzeitig wollen, und dabei kommen am Ende keineswegs immer „Gottes Werke“ heraus. Nur deswegen machen Gebote und Verbote überhaupt erst Sinn: Weil ich „von Natur aus“ manchmal genau das will, was mir da verboten wird. Probieren Sie es durch bei den Zehn Geboten!

So, und nun die Auflösung. – Was antwortet Jesus?

Dies ist das Werk Gottes, dass ihr dem vertraut, den er gesandt hat!“ (Johannes 6, 29)

Der, den Gott gesandt hat, das ist Jesus selbst. Jesus vertrauen, an ihn glauben, das ist hier also die Antwort. Und das ist etwas ganz anderes als das, was Ihnen und mir da als erstes einfällt. Nichts mit Moral, nichts mit Ethik. Sondern: Jesus Christus vertrauen!

Es gibt ja Leute, die meinen, der Glaube sei heutzutage wenigstens noch dafür gut, dass sich die Leute (die dran glauben) anständig benehmen, sich korrekt verhalten. Jesu Antwort lese ich da völlig anders, ungefähr so: „Nein, das ist NICHT die Hauptsache! Wer den Glauben vor allem als Mittel zur Erhöhung der Moral sieht, missbraucht den Glauben, verzweckt den lieben Gott und stellt so die Moral über Gott! Und dabei heißt es doch: Ihr sollt keine anderen Götter neben mir haben!“

Nein, sondern: Das Werk des Vaters tun, das bedeutet: Seinem Christus zu vertrauen!

Man kann das als Appell kurz und bündig lesen: „Vertraue Christus!“

Man kann das aber auch völlig entgegengesetzt lesen: „Dass Du Christus vertraust, das ist nicht Dein Werk, sondern das ist das Werk Gottes! Und das bedeutet: Du kannst ihm gar nicht aus Dir selbst heraus vertrauen! Das muss Dir schon geschenkt werden!“

Wieder was, was schwer unter einen Hut geht: Christus vertrauen – und gleichzeitig wissen: Ich kann ihm gar nicht vertrauen!

Und nun? Was sind die Konsequenzen?

  1. Es kann sein, ich habe gerade kaum Vertrauen zu Christus. Obwohl ich versuche, mich dem Glauben zu öffnen, mich ihm zu nähern. Dann ist das eben so, dann muss ich mir das nicht vorwerfen. Was ich nicht kann, das muss ich auch nicht.

  2. Wo „mir“ das gelingt, Christus zu vertrauen, da muss ich mich jetzt trotzdem nicht als der vorbildlich Glaubende betrachten. Denn: Ich vollziehe ja nur nach, was GOTTES Werk in mir ist. (Abgesehen davon: Hochmut ist ein Glaubens-Killer: Ich stelle mich auf einen Sockel, der nur Gott zukommt.)

Und was ist nun die MORAL von der Geschichte? Die Moral ist: Dass die Moral zwar wichtig ist, wichtiger vielleicht als je zuvor in dieser verkorksten Welt. Aber dass sie nicht das Wichtigste und schon gar nicht das einzig Wichtige ist. Sondern, um es mit dem Heidelberger Katechismus zu sagen (Frage 1):

Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?


Dass ich mit Leib und Seele im Leben und im Sterben nicht mir, sondern meinem getreuen Heiland
Jesus Christus gehöre.

Gebet (aus einem Lied von Philipp Spitta):

Bei Dir, Jesu, will ich bleiben,
stets in Deinem Dienste stehn.
Nichts soll mich von Dir vertreiben,
will auf Deinen Wegen gehn.
Du bist meines Lebens Leben,
meiner Seele Trieb und Kraft,
wie der Weinstock seinen Reben
zuströmt Kraft und Lebenssaft.

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Baruch und das Hätte, Hätte. Andacht zum 31.1.2020

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Wenn in Israel ein Prophet ein Gottes-Wort ausrichtet, dann meistens an das ganze Volk. Oder an bestimmte Personengruppen oder Amtsträger. Aber heute gibt es etwas ganz Persönliches: Der Prophet Jeremia hat ein Gottes-Wort für seinen „Sekretär“ Baruch.
Jeremia kennen Sie von der letzten Woche: Da gab es eine Szene kurz vor dem Untergang Jerusalems in 587 vor Christus. Aber das persönliche Gottes-Wort an Baruch, um das es jetzt geht, ereignet sich schon 18 Jahre vorher: im Jahr 605. Die Situation dazu wird uns an anderer Stelle im Jeremia-Buch beschrieben: in Kapitel 26. Damals waren Jeremia und Baruch in Gefahr durch ihre ungeliebte Botschaft: Baruch hatte Jeremias kritische Worte der Jahre zuvor aufgeschrieben und öffentlich vorgelesen. Das gab Ärger! Trotz der persönlichen Gefahr: Dem Land als Ganzes ging es recht gut! Der Staat funktionierte, es gab aktuell keinen Krieg.
Merkwürdig: Das persönliche Wort an Baruch, das ins Jahr 605 gehört, steht aber nicht in Kapitel 26. Sondern erst in Kapitel 45. Dort, in 45, werden dann nicht die Ereignisse von 605 beschrieben, sondern Jerusalems Untergang in 587 und die Wirren kurz danach. Es liegen knappe zwei Jahrzehnte dazwischen. Das Wort an Baruch steht am falschen Platz. – Anscheinend.
In den knapp zwei Jahrzehnten dazwischen ist viel passiert: Zweimal haben die Babylonier Jerusalem erobert. Beide Male haben sie viele Menschen nach Babylonien deportiert. Gerade beim zweiten Mal gab es viele Tote, auch der König von Juda wurde umgebracht, der Tempel wurde zerstört. In den Wirren der Folgezeit verliert sich die Spur des Propheten Jeremia in der Fremde in Ägypten.
Und nach alledem: Der Sprung zurück in die „gute alte Zeit“ von 605:

Das Wort, das der Prophet Jeremia zu Baruch (…) sagte, als dieser im vierten Jahr Jojakims (…), des Königs von Juda, die Worte nach dem Diktat Jeremias auf eine Buchrolle schrieb:
So spricht der HERR, der Gott Israels, über dich, Baruch: Du hast gesagt: Weh mir! Denn der HERR häuft noch Kummer auf mein Leid. Ich bin erschöpft vor Stöhnen und finde keine Ruhe.
Sag zu ihm (Baruch): So spricht der HERR: Was ich gebaut habe, breche ich nieder, und was ich gepflanzt habe, reiße ich aus – dieses ganze Land. Du aber begehrst Großes für dich? Begehre es nicht! Denn siehe, ich bringe Unheil über alles (…).
Dir aber gebe ich dein Leben als Beute an allen Orten, wohin du auch gehst.
(Jeremia 45)

Wir erfahren hier davon, wie es Baruch in 605 vor Christus ging. Was das mit ihm machte, die Worte des Jeremia aufzuschreiben und öffentlich vorzulesen. „Weh mir! Denn der HERR häuft noch Kummer auf mein Leid. Ich bin erschöpft vor Stöhnen und finde keine Ruhe!“
Baruch klagt über sein Leben. Was daraus geworden ist. Ach, wäre er doch niemals dem Jeremia und seinem Gott über den Weg gelaufen! Sein Leben hätte so gut verlaufen können: Schreiber-Position bei Hofe, mit Doppelhaushälfte und Frau, zwei Kindern, Hund. Öffentlicher Dienst. Geschätzt und geachtet. Nein, es ist anders gekommen: Kummer, Leid, Stöhnen, Ruhelosigkeit!
Und was sagt der Prophet dazu? In Gottes Namen? „Dir aber gebe ich dein Leben als Beute an allen Orten, wohin du auch gehst.“ Also: Du wirst davonkommen! Du wirst überleben!
Ich glaube nicht, dass Baruch dieses „Sei froh, dass Du heil davonkommen wirst!“ als Heils-Wort für sich empfunden hat. Eher wohl als zynisch.
Vielleicht finden Sie sich Baruchs Klage wieder: „Wie hätte doch mein Leben gut verlaufen können! Wenn da nicht gleich zu Anfang diese Eltern gewesen wären. Oder die Berufs-Entschei­dung. Oder die Krankheit. Oder die katastrophale Partnerschaft. Oder die Kinder. Oder die falschen Kreise. Oder die kleine Unachtsamkeit bei der Autofahrt. Oder, oder, oder …
Wie anders wirkt dieses Baruch-Wort, wenn es eben nicht mit in Jeremia 26 steht, sondern in Kapitel 45. Auf dem der Hintergrund all der Fürchterlichkeiten, die dazwischen eingetreten sind!
Da wirkt das Wort an Baruch auf einmal bedeutend heller: „Du bist davongekommen! Du wirst davonkommen! Gott gibt Dir Dein Leben als Deine Beute, wo immer Du auch bist und hingehst!“
Ein Unheils-Wort wandelt sich so zum Heils-Wort. Für mich eine Zusage von Gottes Treue in der Katastrophe und trotz der Katastrophe. Gottes Treue, die sich – hier – nicht in Eigenheim, gelingender Partnerschaft, wohlgeratenen Kindern und folgsamem Hund niederschlägt. Gottes Trotzdem-Treue.
Und: Für mich eine Ermutigung: Mein bisheriges Leben anzunehmen. Mitsamt dem Murks. Statt mit mir zu hadern, zu verzweifeln und mich an das Hätte, Wäre, Könnte zu ketten. Mein Leben annehmen. Wie Gott mich annimmt. Und es gut mit mir macht. – Hätte, hätte? – Fahrradkette!

Gott, mit Dir darf ich hadern. Wie schon Baruch es tat. Danke!
Im Mantel Deiner Liebe darf das Hadern aber auch leiser werden, darf Ruhe einkehren. Bitte gib, dass ich auch das erleben darf! Amen.

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Klaus Honermann: Wer es mit Gott zu tun bekommt. Andacht zum 3.1.2020

Vorbemerkung: Eigentlich handelt es sich hier um eine Predigt von Klaus Honermann zu Allerheiligen. Passt aber auch gut an den Anfang eines neuen Jahres, findet: Dirk Klute

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Allerheiligen …

„Möchten Sie eine Heilige sein?“ So wurde einmal eine Frau gefragt. „Ich habe nicht die Seele einer Heiligen“, antwortete sie; „und wenn ich ehrlich sein soll: Ich möchte auch keine Heilige sein. Denn ein Heiliger hört auf, Mensch zu sein.“

Ich würde sagen: „Einspruch, Euer Ehren!“ Genau umgekehrt! Ein Heiliger ist jemand, der zu seinem vollen Mensch-Sein gefunden hat. Aber was müssen wir von der Kirche bei dieser Frau für ein verzerrtes Bild von Heiligen hervorgerufen haben, dass sie so denkt.

Möchten Sie eine Heilige, ein Heiliger sein? Vielleicht ist Ihr Gedanke: „Ich bin doch nicht Mutter Teresa!“ Oder: „Ich bin doch nicht Mahatma Gandhi!“

Nun ja, das müssen wir ja auch nicht sein, es wäre sogar falsch. Denn Gott lädt uns ein, wir selbst zu sein, so wie er uns gedacht hat, als er uns ins Leben rief.

Joop Roeland berichtet von einer Radiosendung, in der er Menschen gefragt hat: „Wie ist das mit Ihnen, wenn man eine Statue von Ihnen anfertigen sollte? Als Heiliger oder auch so? Was möchten Sie als persönliches Zeichen in der Hand tragen?“

Am nächsten Tag kam ein Anruf aus einer Realschule. Die fröhliche Stimme eines Jugend­lichen erzählte von seinem Hobby: Rollerblades. Rollerblades waren die große Freude seines Lebens. Und nun wollte er wissen, ob man als Heiliger mit Rollerblades dargestellt werden könne.

Daraufhin zwei Fragen an Sie:

  1. Können Sie sich jetzt vielleicht doch vorstellen, heilig zu werden?

  2. Was für ein Attribut, welches Zeichen für Ihr Leben möchten Sie gerne in der Hand halten?

Denken Sie jetzt darüber in Ruhe nach …

Johannes Bours, der ehemalige geistliche Begleiter unzähliger Priester in unserem Bistum, hat ein Buch verfasst mit dem Titel „Wer es mit Gott zu tun bekommt.“ Einige Überschriften der Kapitel lauten so:

Wer es mit Gott zu tun bekommt …

der muss das Hören lernen

der wird auf einen Weg geschickt

der muss damit rechnen, von ihm in die Wüste geführt zu werden

der wird in der Wüste von ihm gestärkt

der muss kämpfen mit Gott und sich selbst

der darf nicht mehr auf seine Macht zählen

der wird Freiheit erfahren

der erfährt die Freude an Gott als befreiende Kraft

der muss zum Fürsprecher werden

der wird ein Segen für andere

Ein Heiliger ist ein Mensch, ist ein Mensch, der es mit Gott zu tun bekommt. Immer wieder.

Diese Hinweise sind wie Mosaiksteine eines Bildes alltäglicher Heiligkeit.

  • Heilig werden hat mit Hören zu tun, mit dem Hören auf die Stimme Gottes in unserem Inneren und auf das, was Andere mir sagen.

  • Heilig werden hat mit einem Weg zu tun. Ich bin nicht sofort am Ziel, sondern ein Leben lang unterwegs zum Heil-werden hin.

  • Heilig werden hat damit zu tun, dass ich Wüste erlebe. Wir haben nicht die blühenden Landschaften, wo „alle glauben“ und am kirchlichen Leben teilnehmen. Die Kirche steht schlecht da in der Öffentlichkeit. Das macht mir zu schaffen. Und auch das Beten in mir selbst hat oft Phasen der Trockenheit und des Durstes nach Gemeinschaft. Das will ausgehalten werden.

  • Aber wir können eben auch erleben, dass wir in solchen Wüstenzeiten von Gott gestärkt und geführt werden. Wenn wir mit einem anderen den Glauben teilen können und Ermutigung erfahren. Eine Gemeinschaft, welche ihre Tiefe genau in diesem Grund hat, dass wir die Gotteserfahrung miteinander austauschen können.

  • Heilig werden hat mit Kämpfen zu tun. Ich muss es aushalten, dass die Beziehung zu Gott mir nicht einfach in den Schoß fällt; dass es auch manchmal schwer ist, an Gott zu glauben. Dass ich ihm seinen Segen manchmal regelrecht abringen muss, wenn es in mir und um mich herum dunkel ist.

  • Heilig werden hat damit zu tun, dass wir keine Macht ausüben, weder im Privaten noch im öffentlichen Leben. Dass wir uns nicht durchsetzen „auf Deibel komm raus“. Ich kann darauf vertrauen, dass die Ohnmacht Gottes und meine eigene Ohnmacht, wenn ich sie annehme, eine Kraft ist. Sie kann in der Welt langfristig eine Veränderung bewirken.

  • Heilig werden hat mit Freiheit zu tun. Weil Gott Liebe ist, zwingt er uns nicht, sondern lässt uns frei. Je mehr wir mit Gott leben, desto größere innere Freiheit verspüren wir.

  • Heilig werden hat mit der Freude an Gott zu tun. Wenn wir „Gott in Aktion“ erleben – um es mal so auszudrücken – dann ist die Freude, die daraus hervorsprudelt, wie Wasser aus einer Quelle.

  • Heilig werden hat damit zu tun, dass wir Fürsprecher werden. Heilige sind immer eingetreten für Menschen, die sie in Not sahen. Und das hört nicht auf, wenn sie für immer in Gottes Herrlichkeit sind. Wenn wir Gott Fürbitten hinhalten, wenn wir Kerzen als Gedenken anzünden wenn wir uns bemühen, das Wirklichkeit werden zu lassen, worum wir Gott bitten, dann leben wir für andere.

Und mit all dem werden wir ein Segen auch für andere. Wir sorgen dann dafür, dass andere heil werden und auch wir selbst.

Das hängt ja zusammen: heil werden und heilig werden.

Heiligkeit ist also ein Projekt der alltäglichen Mensch-Werdung. Und das feiern wir an Allerheiligen. Amen.

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Der Untergang. Andacht zum 10.1.2020

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Der Untergang“, so heißt ein Spielfilm von 2004. Da geht es um die Geschehnisse im „Führer-Bunker“ in den Trümmern Berlins kurz vor dem Ende von Nazi-Deutschland. Eine völlig düstere und absurde Atmosphäre. Und was man alles so denkt, tut, vielleicht hofft, wenn einem die ganze Welt und alles, was man bisher glaubte, zerbricht.

An diese Stimmung habe ich mich erinnert gefühlt, als ich die Ereignisse von 587 vor Christus nochmal las: Der Staat Juda ist fast komplett von den Truppen des babylonischen Großreiches überrannt. Jerusalem wird seit fast zwei Jahren belagert. Zwischendurch eine Belagerungs-Unter­brechung, weil die babylonischen Truppen einen Angriff der Ägypter zurückschlagen müssen. Da schießen in der Stadt sofort die Hoffnungen auf Rettung ins Kraut.

Aber wenig später ist Jerusalem wieder eingeschlossen. Die Durchhalte-Parolen werden immer lauter, entschlossener. Je verzweifelter die Lage, desto weniger werden öffentliche Zweifel an der Verteidigung und an der großen Wende toleriert. Dabei werden die Vorräte in der Stadt immer kleiner, der Hunger breitet sich aus, die Lebensmittelpreise schießen ins Unermessliche, es gibt immer wieder Leute, die zu den Babyloniern vor der Stadt überlaufen.

Der Prophet Jeremia ist schon seit Jahrzehnten ein Störenfried. Aber nun haben ihn die Militärs in der belagerten Stadt gefangen nehmen lassen. Der Vorwurf: Wehrkraftzersetzung. Jeremia soll die Leute dazu ermutigt haben, sich den Babyloniern zu ergeben.

Und König Zidkija? Der sucht heimlich den Kontakt zu Jeremia. Und als die Oberen Jeremia in eine schlammige Zisterne werfen lassen, damit er dort stirbt, willigt der König – wieder heimlich – ein, dass einer seiner Diener ihn dort heraus holt. Ein zaudernder, schwacher „Herrscher“. Er hat Angst vor seinen Oberen, er setzt sich nicht durch.

Es kommt zu einer letzten Begegnung zwischen dem König und dem Propheten:

König Zidkija sandte hin, um den Propheten Jeremia zu sich an den dritten Eingang beim Haus des Ewigen zu holen. Der König sagte zu Jeremia: „Ich möchte Dich nach einem Gotteswort fragen. Verschweig mir nichts!“

Jeremia antwortete Zidkija: „Wenn ich es Dir verkünde, lässt Du mich bestimmt umbringen, und wenn ich Dir einen Rat gebe, hörst Du nicht auf mich.“ Da schwor König Zidkija dem Jeremia heimlich und sagte: „So wahr der Ewige lebt, der uns dieses Leben gegeben hat, ich lasse Dich nicht umbringen und gebe Dich nicht in die Hand jener Männer, die Dir nach dem Leben trachten!“

Hierauf sagte Jeremia zu Zidkija: „So spricht der Ewige (…): Wenn Du wirklich hinausgehst zu den Heerführern des Königs von Babel, dann ist Dein Leben gerettet, diese Stadt wird nicht im Feuer verbrannt und Du bleibst am Leben, Du und Dein Haus. Gehst Du aber nicht hinaus zu den Heerführern des Königs von Babel, dann wird diese Stadt den Chaldäern [= Babyloniern] ausgeliefert. Sie werden sie im Feuer verbrennen und Du selbst wirst ihrer Hand nicht entrinnen.“

König Zidkija entgegnete Jeremia: „Ich habe Angst vor den Judäern, die bereits zu den Chaldäern abgefallen sind. Man könnte mich ihnen ausliefern und sie würden mir übel mitspielen.“ Jeremia versicherte: „Man wird Dich nicht ausliefern. Hör doch auf die Stimme des Ewigen in dem, was ich zu Dir rede, damit es Dir gut geht und Dein Leben gerettet ist! Weigerst Du Dich aber hinauszugehen, so ist dies das Wort, was der Ewige mich sehen ließ: (…) Alle Deine Frauen und Kinder wird man zu den Chaldäern hinausführen. Auch Du wirst ihrer Hand nicht entrinnen, sondern wirst von der Hand des Königs von Babel ergriffen werden. (…).“

Zidkija sagte zu Jeremia: „Niemand darf von diesen Worten erfahren, sonst musst Du sterben. Wenn aber die Beamten erfahren, dass ich mit Dir geredet habe, werden sie zu Dir kommen und Dich auffordern: Teil uns mit, was Du zum König gesagt hast! Verheimliche uns nichts, sonst töten wir Dich! – Und teil uns auch mit, was der König zu Dir gesagt hat! Dann antworte ihnen: Ich ließ meine Bitte vor den König gelangen, mich nicht ins Haus Jonatans zurückbringen zu lassen, weil ich dort sterben würde.“

Und tatsächlich kamen alle Beamten zu Jeremia und fragten ihn. Er antwortete ihnen genauso, wie ihm der König geboten hatte. Da ließen sie von ihm ab. Denn niemand hatte das Gespräch mitgehört. So blieb Jeremia im Wachhof bis zu dem Tag, an dem Jerusalem erobert wurde. (Jeremia 38, 14-28a)

Mich berührt vor allem die tragische Person des Königs. Er wird mir hier richtig sympathisch. Und weil ich weiß, was für ein schlimmes Ende es mit ihm nimmt, tut er mir leid.

Zidkija ist so völlig anders als der „Chef“ im Führer-Bunker. König Zidkija ist kein Großkotz und kein Diktator. Eher im Gegenteil: Er steht unter den Pantoffeln seiner Großen.

Man könnte in unserer Szene Zidkija beinahe als Vorbild im Glauben hinstellen:

  • Zidkija sucht zum wiederholten Male seinen langjährigen Haupt-Kritiker auf. Er ist darin so ganz anders als die Diktatoren oder Beinahe-Diktatoren auch von heute, die sich so gern mit Speichelleckern umgeben, die ihnen nach dem Munde reden.

  • Zidkija fragt den Propheten nach einem Gottes-Wort. Ein Wort für die aktuelle verzweifelte Situation. Was mich betrifft: Gottes Wort im Allgemeinen – wichtig. Gottes Mensch gewordenes Wort in Jesus Christus: Ja! Gottes Wort in meine aktuelle Situation hinein und in das, was mich bewegt? Ich frage zu selten danach, ich rechne zu selten damit.

  • Zidkija verpflichtet sich, Jeremia keinen Schaden zuzufügen. Und ihn zu schützen vor den Leuten, die ihn anfeinden. Auch wenn Jeremia ihm Dinge sagt, die ihn nicht passen.

  • Zidkija spricht offen seine Ängste an. – Seine Befürchtungen, was Schlimmes passieren könnte, wenn er dem Gottes-Wort folgt und sich den Babyloniern ergibt. Nur so kann Jeremia ihm nochmal Mut machen, das Richtige zu tun.

Ich könnte mir von dem allen manches abgucken: Ich könnte besonders bei denjenigen Leuten genauer hinhören, die mich (auch) kritisieren. Ich könnte mehr nach Gottes Wort in mein Leben hinein fragen. Ich könnte diejenigen in Schutz nehmen vor mir selbst und vor anderen, die mir nicht so passen, die mich kritisieren, die mich nerven. Ich könnte offener über meine Ängste sprechen und mich ermutigen lassen.

Vorbild Zidkija. – Und wo ist der Haken? Sehr einfach: Am Ende tut er NICHT das, was Gott ihm durch den Propheten sagt. Ja, es ist gut, ehrlich zu fragen; sich auf Kritik und Kritiker einzulassen; bei Gott Orientierung zu suchen; seine Ängste offen anzusprechen, sich ermutigen zu lassen. – Aber am Ende doch der Angst das letzte Wort zu lassen, das Entscheidende DOCH nicht zu tun, das ist nicht gut. Man kann es mit Erich Kästner auch kürzer sagen: „Es gibt nichts Gutes – außen: Man tut es!“

Und wenn Ihnen heute noch etwas in den Sinn, in die Hände, vor die Füße kommt, wovon Sie „eigentlich“ längst wissen, dass es dran ist, getan oder gesagt zu werden, dann nehmen Sie sich Zidkija NICHT zum Vorbild! Um Gottes Willen nicht!

Gott, wenn ich bete, dann hoffe ich, dass Du mich hörst. Mich vielleicht erhörst. Und das tust, um was ich Dich bitte.

Gott, vielleicht hoffst Du ja ebenso: Dass ich Dich höre. Dass ich Dich erhöre. Und das tue, was Du mir sagst.

Gott, ich bekennte Dir: Das tue ich oft nicht – Dich hören, Dich erhören, Deinen Willen tun. Bitte gib mich nicht auf! Amen.

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Die Weisen, der Stern und das Baby. Gedicht zu Weihnachten 2019

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