„Schweig! Sei still!“ Andacht zum 31.8.2018

ANDACHT HÖREN

Es gibt Bibel-Geschichten, die sind wie Damen-Handtaschen: Jedes Mal, wenn man rein­schaut, kann man was Neues entdecken. Oder Verloren-Geglaubtes wieder-entdecken. Es gibt aber auch einen Unterschied: In eine Damen-Handtasche darf nicht jede/r reinschauen. In die Bibel schon. Und nicht nur reinschauen, sondern auch: sich bedienen.

An „alten Geschichten“ Neues entdecken, das geht besonders gut beim Bibel-Café, also zusammen mit anderen. Meine Entdeckung vor einigen Wochen: Ich muss nicht jedem zuhören! Ich erkläre das gleich.

Aber hier erst mal die Geschichte: Jesus stillt den See-Sturm …

Am Abend dieses Tages sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wir wollen ans andere Ufer hinüber­fahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; und andere Boote begleiteten ihn.

Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm und die Wellen schlugen in das Boot, so dass es sich mit Wasser zu füllen begann. Jesus aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief.

Die Jünger weckten Jesus und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein.

Jesus sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht und sie sagten zueinander: Wer ist denn dieser, dass ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen? (Markus 4, 35-41)

Ich bin noch nie auf dem See Genezareth gewesen und auch noch nie in Seenot. Aber das hier ist trotzdem meine Geschichte, und Ihre vermutlich auch. „Sturm“ im Leben, das werden Sie kennen. Wenn das ruhige Fahrwasser plötzlich Vergangenheit ist, wenn es stürmt und wackelt, wenn der eben noch feste Grund unter den Füßen nicht mehr da ist, wenn Sie völlig unterzugehen drohen und es Ihnen Unterlippe Oberkante steht. Wenn Sie trotz aller Lebens-Erfahrung mit Ihrem Latein am Ende sind, wenn alles Schöpfen und Sichern nichts mehr hilft und die Angst riesengroß wird. Und wenn Sie dann noch den Eindruck gewinnen: Jesus schläft! Jesus scheint das ja nichts anzugehen, dass Sie untergehen.

Nebenbemerkung: Jesus schläft auf einem Kissen, heißt es da ausdrücklich. Es gibt solche Lebensstürme, die lassen sich auf dem sanften Ruhekissen weit besser über­stehen als in hektisch-ängstlicher Betriebsamkeit. „Kissen“ kommt sonst in der Bibel nicht vor. Schade eigentlich.

In unserer Geschichte kriegen die Jünger eine Wendung hin, auf die nicht jeder kommt: Sie lassen das los, womit sie eben noch unbeholfen hantierten, und wenden sich dem Schlafenden zu. Sie machen Jesus wach. Vorwurfsvoll-verzweifelt-hilfesuchend: „Meister, kümmert es Dich nicht, dass wir zugrunde gehen?“ Nein, es hat ihn nicht gekümmert! – Bis ihn seine Leute wach rütteln.

Sich so an Jesus zu wenden, das ist doch vorbildhafter Glaube, oder? Nein! Jedenfalls nicht so ganz: Als das Gröbste vorbei ist, sagt Jesus nämlich: „Habt ihr noch keinen Glauben?“ Tja, wo ist er, der Glaube? Und was hätte der Glaube noch anderes bewirkt? Es gibt viele Heilungs-Geschichten, in denen Jesus sagt: „Dein Glaube hat Dir geholfen!“ Also gerade NICHT: „Guck mal, ICH habe Dich geheilt!“ Nein, „Dein Glaube!“

Was hätten die Jünger MIT Glauben anders getan? Ich habe da eine Phantasie. Die muss nicht richtig sein, aber jedenfalls ist sie eine Möglichkeit: Die Jünger hätten vielleicht gesagt: „Jesus schläft. Aber er ist da. Das genügt! Wir lassen ihn schlafen.“ Und dann stellen sie selbst sich aufrecht hin – und schreien dem Sturm das entgegen, was sie in der tatsächlichen Geschichte Jesus überlassen: „Schweig! Sei still!“

Diese Worte gegen den Sturm waren es, die mich bei dem Bibel-Café besonders angespro­chen haben, meine Neu-Entdeckung in der Damen-Handtasche. – „Schweig! Sei still!“ Klar, der Sturm soll aufhören, und das tut er dann ja auch. Aber die Kern-Bedeutung von „Schweig! Sei still!“ ist, etwas flapsig formuliert: Der Sturm soll die Klappe halten! Jesus will die „Botschaft“ des Sturms nicht mehr hören, er will sich durch die „Worte“ des Sturms nicht gefangen nehmen lassen, will sich keine Angst einjagen lassen.

Wie? Ein Sturm, der redet? Klar! Ungefähr so:

Der Sturm: „Ich, der Sturm, ich habe dich in meiner Gewalt! Hier auf dem See bist Du mir ausgeliefert! Was immer Du jetzt machst, es hat sowieso keinen Zweck! Deine Angst kann gar nicht groß genug sein! Und am Ende wirst Du jämmerlich untergehen. Das war’s dann. Ich habe das letzte Wort über deinem jämmerlichen Leben!“

Höchstwahrscheinlich kennen Sie das auch: Stürme, die so zu Ihnen sprechen. Oder so zu Ihnen gesprochen haben. Und da passiert es dann schnell: Die verschüchterte Seele wird soooo klein mit Hut – und verstummt vor Entsetzen mit weit aufgerissenen Augen.

Aber nicht SIE sollen verstummen! Sondern:

SIE stehen auf, SIE drohen dem Wind und sagen zum See: Schweig! Sei still!

Das Schweige-Gebot an den Sturm, in unserer Geschichte wirkt es:

Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein.

Völlige Stille“. In dem griechischen Wort, das hier für „Stille“ steht, schwingt mit: Glänzen; vor Freude strahlen; Lachen. Es ist derselbe See. Aber was eben noch mit Untergang gedroht hat, das zeigt sich nun von seiner heiteren, freundlichen Seite. Was für ein Wunder!

Aber was, wenn das nicht hilft? Wenn der Sturm einfach nicht damit aufhören will, Sie zu bestürmen mit seiner Untergangs-Botschaft? Manche Stürme lassen sich nicht auf „stumm“ schalten. Sie können manchen Sturm nicht über-hören. Aber: Sie müssen nicht AUF den Sturm hören! Und schon gar nicht glauben, dass der Sturm das letzte Wort hat. Denn das hat immer noch: Gott.

Haben Sie’s gemerkt? – Dem Sturm nicht „glauben“! Jesus fragt ja gegen Ende seine Jünger: „Habt ihr noch keinen Glauben?“ Doch, Glauben hatten sie schon. Aber eben: Sie glaubten dem Sturm. Manchmal muss man sich entscheiden: Glaube ich dem Sturm? Oder Gott? Wem traue ICH das letzte Wort zu?

Was ich Ihnen und mir wünsche:

  • Ein deutliches „Sei still!“ an die Drohungen des Sturms.

  • Ohren auf Durchzug, falls der Sturm nicht schweigt.

  • Das Vertrauen: GOTT hat das letzte Wort!

  • Und das Vertrauen: Jesus ist mit im Boot. Auch wenn er schläft. Und sogar noch im Untergang. Jesus ist mit in meinem Boot!

Gebet (aus einem Taizé-Lied):

Christus, Dein Licht verklärt unsre Schatten. Lasse nicht zu, dass das Dunkel zu uns spricht!

Jésus, le Christ, lumière enterieure, ne laisse-pas me ténèbres me parler!

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Jesus hat Durst. Andacht zum 24.8.2018

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Ich finde, sie ist eine der intensivsten Geschichten in der Bibel: Jesus begegnet der Frau aus Samarien am Jakobs-Brunnen. Es geht um Lebens-Durst und Erfüllung, um Scheitern und Erlösung. Und um die Person Jesu – eine Person, die so nachdrückliche Wirkung hat für diese Frau. Und für die Leute, denen sie davon erzählt. Jesus – der Messias …
Ich kenne diese Geschichte schon lange. Aber was mir trotzdem erst kürzlich aufgefallen ist: Jesus bietet zwar dieser Frau „lebendiges Wasser“ an – Wasser, von dem man nie wieder durstig wird. Aber zugleich ist ER es, der an allen Ecken und Enden Mangel hat und bedürftig ist …

(Jesus) verließ … Judäa und zog wieder nach Galiläa. Er musste aber durch Samarien
reisen. (Johannes 4, 3)

Das ist kein Ausflug. Jesus ist auf der Flucht. Er fürchtet Auseinandersetzungen und Schwierigkeiten. Jesus „muss“ dabei durch Samarien reisen. Auch das klingt nicht nach Begeisterung. Juden und Samariter haben ziemliche Vorbehalte gegeneinander. Gastfreundschaft kann Jesus als Jude in Samarien nicht unbedingt erwarten.
Nahe dem Örtchen Sychar kommt Jesus an den „Jakobs-Brunnen“. Man sagt: Jakob, einer der Stammväter Israels, hat ihn vor weit über 1000 Jahren gegraben. Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich an den Brunnen. Es war um die sechste Stunde. „Die sechste Stunde“, das ist zwölf Uhr mittags. High noon. Da knallt die Sonne. Jesus ist abgekämpft. Jesus ist müde.
Und: Jesus ist nun allein. Seine Jünger sind im Ort, um Lebensmittel zu kaufen. Ist Jesus nicht nur allein, sondern auch einsam? Für mein Gefühl eher nicht. Ich stelle mir Jesus als einen vor, der beides gut kann: für sich sein und unter Leuten. Aber jedenfalls: Wenn die Jünger Essen kaufen müssen, dann sind wohl die Vorräte aufgebraucht. Jesus wird Hunger haben. Als dann eine Frau kommt, um Wasser zu holen, bittet Jesus sie, dass sie auch für ihn Wasser schöpft. Jesus hat also nicht nur Hunger, er hat vor allem Durst. Die Frau wundert sich: Ausgerechnet ein Jude bittet sie, die Samariterin, um Wasser? Da kommt Jesus darauf zu sprechen, was er seinerseits ihr geben kann: Wasser des Lebens! Wasser, von dem man nicht erneut durstig wird! Jesus stillt den Lebens-Durst! Auch das bisherige Leben der Frau kommt nun zur Sprache – und sie ist sehr beeindruckt von ihrem Gesprächs-Partner, von Jesus.
Dann kommen die Jünger zurück. Sie wundern sich, als sie Jesus im Gespräch mit dieser fremden Frau antreffen. Wenig später bricht die Frau auf, um ihren Leuten im Ort zu erzählen, was sie erlebt hat, wer ihr da begegnet ist.

Da ließ die Frau ihren Krug stehen und ging hin in die Stadt … (Johannes 4, 28)

Aha, die Frau lässt den Krug zurück. Ob Jesus jetzt endlich etwas daraus trinkt? Es steht nichts davon da. Dabei hatte Jesus doch vorher das Gespräch mit der Bitte begonnen: „Gib mir zu trinken!“ Diese Bitte hängt komplett in der Luft, wir erfahren nirgendwo, ob Jesus denn nun Wasser bekommt oder ob er durstig bleibt.

Unterdessen mahnten ihn die Jünger und sprachen: Rabbi, iss! Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, von der ihr nicht wisst. Da sprachen die Jünger untereinander: Hat ihm jemand zu essen gebracht? Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk. (Johannes 4, 31 ff.)

Es ist wie vorher beim Wasser: Da fing es an mit dem Durst nach dem Wasser im Brunnen. Und es endet beim Lebens-Durst und beim „Wasser des Lebens“. Und jetzt: Es fängt an mit dem Essen-Holen aus der Stadt, und es endet bei dem Nahrhaften, das in Gottes Willen liegt. Hat denn nun Jesus außer beim Willen Gottes auch beim eingekauften Essen zugegriffen? Beim Fladenbrott vielleicht oder bei den Datteln? Auch das erfahren wir nicht, ganz wie beim Wasser.
Was ist nun mit Jesu Müdigkeit, von der anfangs die Rede war? Wann schläft Jesus denn mal?Als nun die Samariter zu Jesus kamen, baten sie ihn, dass er bei ihnen bleibe. Und Jesus blieb dort zwei Tage. Der Ansturm der Öffentlichkeit. Zwei Tage lang. Ich stelle mir vor: Da läuft nicht viel mit Schlafen. Anschließend: Wieder Aufbruch. Weiterreise nach Galiläa.
Eine schöne Geschichte: Die Frau und ihre Mitbewohner aus dem Dorf finden für ihr Leben, was sie dringend brauchten, obwohl sie es vorher nicht vermisst hatten.
Ist es auch eine schöne Geschichte für Jesus? Vermutlich ja. Es muss toll sein, anderen etwas geben zu können, was denen viel bedeutet oder was sie weiter bringt. – Oder vielleicht nicht weiter bringt, sondern eher zurück bringt. Zurück zum Ursprung und Ziel ihres Lebens. Zurück zur Quelle.
Und doch: Es bleibt für Jesus vieles ungestillt: Der Durst nach Wasser. Der Hunger nach etwas Essbarem. Das Schlaf-Bedürfnis. Wer anderen hilft, sollte sich diese Punkte NICHT von Jesus abgucken. Zumindest auf die Dauer dürfen Sie nicht so komplett über das hinweg gehen, was Sie brauchen, was Ihre Bedürfnisse sind. Zum Glück wird uns an anderer Stelle auch das berichtet: Jesus zieht sich zurück in die Einsamkeit, in die Stille, ins Gebet. Obwohl alle dringend was von ihm wollen. Und Jesus isst und trinkt von Herzen – so dass ihn seine Gegner als „Fresser und Weinsäufer“ verunglimpfen.
Sich aufopfern: Für Jesus bedeutet das irgendwann, dass er nicht mehr flieht. Jesus trägt das Risiko, das es bedeutet, ganz den Willen des himmlischen Vaters zu tun. Sich an seinem Willen sättigen. Und dann trägt Jesus das Kreuz. Ihres und meines und das Kreuz der ganzen Welt. Seine vorletzten Worte (im Johannes-Evangelium): „Mich dürstet!“ Da gibt man ihm zu trinken. Essig.
Nein, Sie müssen sich nicht aufopfern. Jedenfalls nicht Tag für Tag und Jahr um Jahr. Aber dass Jesus es tat, damit Ihr Lebensdurst in Ewigkeit gestillt ist, dafür dürfen Sie dankbar sein.

Gebet (nach Psalm 42, 2-3a):
Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu Dir.
Meine Seele dürstet nach Dir, dem lebendigen Gott!

 

 

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Auf nichts ist mehr Verlass. Andacht zum 17.8.2018

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Ja, auf nichts ist mehr Verlass. Gucken Sie die Nachrichten, dann wissen Sie, was ich meine. Was in der Welt passiert, ist immer weniger vorhersagbar, immer weniger berechenbar. Die Welt scheint immer weiter aus den Fugen zu geraten.

Auf nichts ist mehr Verlass. Schauen Sie auf Ihr eigenes Leben, dann wissen Sie wohl ebenfalls, wovon ich spreche. Da gehen die Dinge ihren normalen Gang – und plötzlich ist alles anders, Ihre bisherige Welt ist untergegangen. – Auf dem Küchentisch ein Zettel: „Ich komme nicht mehr wieder. Gib Dir keine Mühe.“ Oder es klingelt. Die Polizei und die Notfallseelsorge stehen vor der Tür. Oder der Arzt legt die Stirn in Falten und sucht nach Worten. Oder Pensionierung, Wohnungsbrand, Post vom Anwalt, Börsen-Crash. Oder, oder. Sie wissen nicht, wo Ihnen der Kopf steht. Die Hände greifen ins Leere. Auf nichts ist mehr Verlass.

Die Sintflut. Untergangs-Szenarium. Man sagt ja: „Nach mir die Sintflut!“ Aber manchmal kommt sie schon eher, die Sintflut. Dem Noah jedenfalls war seine Welt untergegangen. Komplett. Bis auf das, was er in seiner Arche hatte: Seine engsten Mitmenschen. Die Tiere. Enge, Gestank, schwin­den­de Vorräte, wankender Boden, Dunkelheit.

Dann endlich steht die Arche wieder auf festem Grund. Die Chance, jetzt nochmal neu zu beginnen!

So ging Noah heraus mit seinen Söhnen und mit seiner Frau und den Frauen seiner Söhne, dazu alles wilde Getier, alles Vieh, alle Vögel und alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Das ging aus der Arche, ein jedes mit seinesgleichen. (Genesis 8, 18-19)

Was macht man zuerst, wenn man wie ein Schiffbrüchiger Neuland betritt? Vielleicht eine Quelle und Essbares suchen, eine Hütte bauen. Aber Noah tut zuerst etwas ganz anderes:

Noah baute dem HERRN einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem Altar. (8, 20)

Noah feiert Gottesdienst. Er lässt alle Arbeit liegen, er hält inne. Er wendet sich Gott zu. Noah lässt sich das etwas kosten. Er musste ja vorher in der Arche die späteren Opfertiere versorgen. Der Leserschaft der Noah-Geschichte damals war „Opfer“ vertraut: Opfer-Gottesdienste gab es regelmäßig im Tempel. Rituale. Aus-Zeiten. Pause machen vor Gott zwischen Alltag und Alltag.

Die Noah-Geschichte ist kein historischer Tatsachenbericht, sie will es auch gar nicht sein. Aber ich tue mal so, als wäre sie es: Ein Reporter beobachtet alles und notiert es. Auch den Opfer-Gottes­dienst. Jetzt schreibt der Reporter weiter:

Der HERR roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen. Denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (8, 21 f.)

Frage: Woher wusste der Reporter vom lieblichen Geruch? Na klar: Das hat der Reporter selbst gerochen. Lieblich! Und das musste Gott wohl auch gefallen haben.

Und woher wusste der Reporter, was Gott dann versprochen hat? Etwa eine donnernde Stimme vom Himmel? Nein! Gott spricht ausdrücklich „in seinem Herzen“. Der Reporter kann es nicht gehört haben! Er muss es also gespürt haben. Beim Brandopfer. So wie jeder Israelit lange nach Noah die Opfer-Gottesdienste erlebt als wiederkehrende Feiern, die den Alltag unterbrechen. Feier-Tage zwischen den Werktagen. Da liegt für den Reporter Gottes Wille auf der Hand: Die Dinge sollen sich verlässlich abwechseln! Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. So lange die Erde steht.

Aber was geht Sie das an? Falls Ihre Welt gerade heftig wackelt? Untergeht? Sie in Ihrer Lebens-Arche? Oder: Sie mit Ihren ersten Schritten in eine fremd gewordene Welt hinein? Ist es dann für Sie glaubhaft, wenn einer sagt: „Solange die Erde steht, lässt Gott nicht Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht aufhören!“ Ich vermute: Solche Worte gehen durch die Ohren bis in Ihren Kopf. Aber nicht unbedingt bis runter in Ihr Herz.

Aber Gottes Satz erreicht Noah, obwohl der die Worte nicht mal hören kann. Noah spürt diesen Satz. Beim Opfer-Gottesdienst. Bei einem Ritual, das all das andere unterbricht. Als Noah sich zu Gott hinwendet. So lange die Erde steht, soll nicht aufhören Anpacken und Innehalten. Sich-Gott-Zuwenden und Aufbauen. Rasten und Durchstarten.

Für Sie in Ihrer Erschütterung, im Untergang oder in einer fremd gewordenen Welt heißt das: Bleiben Sie nicht länger als nötig in Ihrer Arche! Ziehen Sie die Rollläden hoch, wagen Sie nach all der Zeit erste Schritte! Finden Sie Ihre Tages-Struktur wieder, finden Sie sie neu! Ihren Rhythmus! Aber verlieren Sie sich nicht in überstürzten, besinnungslosen Aktivitäten! Ihr „Opfer“, das kann sein: Die Hände in den Schoß legen. Zum Beten. Oder: Sich die Schuhe zum Gottesdienst anziehen. Unter Leute gehen. Gottes Nähe suchen. Sich an Gott wenden. Miteinander singen, beten, hören. Im Anschluss: Miteinander Kaffee trinken. Vielleicht später noch jemandem treffen, wo Sie ihre Seele baumeln lassen. Einfach miteinander sein. Und Gott dabei.

Ich nehme an: SO wird Gottes Treue-Zusage Ihr Herz besser erreichen als im verdunkelten Schlafzimmer oder im besinnungslosen Getrieben-Sein. Selbst in Zeiten, wo das mit dem Wechsel von Sommer und Winter, Tag und Nacht nicht mehr ganz so klar ist.

Gott gebe Ihnen – in Ihren eventuellen gegenwärtigen Erschütterungen und den garantierten zukünftigen: dass Sie Gott neu als Ihr Fundament finden. Dass Sie Halt an ihm haben und dass Gott Sie hält! Dass Sie seiner Treue vertrauen, so lange Ihre Erde steht.

Gott gebe Ihnen auch das: Wenn einmal Ihre Erde nicht mehr steht, dass Sie dann Gottes weiten Himmel offen sehen – als die Heimat, die Ihnen nichts und niemand nehmen kann. Gott – alles in allem. Gott, der Anfang und das Ziel.

Gott, sei und bleibe Du mein Fels, auf dem ich stehen und leben kann. In Zeit und Ewigkeit. Amen.

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Mängel. Andacht zum 10.8.2018

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Möchten Sie sich mal als Mängel-Wesen fühlen? – Vielleicht gehören Sie zu den Leuten, die das sowieso oft machen. Aber Sie können auch nachhelfen. Meine Empfehlung: Lesen Sie in der Samstags-Zeitung die Stellenanzeigen! Suchen Sie sich diejenige Anzeige raus, die am ehesten Ihr „Traum-Job“ ist! So, und nun lesen Sie das Anforderungsprofil! Also das, was Sie da können müssen und wie Sie zu sein haben für diesen Job!

Jetzt gibt es zwei Sorten Menschen: Die einen entdecken, was alles fehlt – und geben auf. Die anderen entdecken ebenfalls, was ihnen fehlt – und bewerben sich trotzdem. Die dritte Sorte Mensch – „Ich erfülle alle Bedingungen!“ – kommt faktisch nicht vor.

So, und nun ein früh-christliches Stellen-Profil. Es werden „Älteste“ und „Gemeindeleiter“ in den christlichen Gemeinden auf Kreta gesucht. „Paulus“ schreibt an seinen Mitar­beiter „Titus“. „Titus“ soll solche Leute auswählen. – Ich setze die Namen in Anführungszeichen, weil wohl nicht der echte Paulus an den echten Titus diesen Brief geschrieben hat. Es ist die künstlerische Cover-Story für eine Gemeinde-Ordnung in der Zeit nach Paulus …

So, und nun zum Anforderung-Profil:

Einem Ältesten darf niemand etwas nachsagen können. Er darf nur einmal ver­heiratet sein. Auch seine Kinder sollen sich zur Gemeinde halten. Sie dürfen nicht in dem Ruf stehen, liederlich oder ungehorsam zu sein. Denn der Gemeindeleiter darf als Hausverwalter Gottes keinerlei Anlass zum Tadel geben. Er soll nicht anmaßend oder jähzornig sein, auch kein Trinker oder gewalttätiger Mensch. Er darf nicht darauf aus sein, sich zu bereichern, sondern soll gastfreundlich sein und das Gute lieben. Er soll besonnen sein, gerecht, untadelig und beherrscht. Er muss sich an die zu­verlässige Botschaft halten, wie sie ihn gelehrt worden ist. Dann wird er in der Lage sein, die Gemeinde auf dem rechten Weg zu halten und den Gegnern ihren Irrtum nachzuweisen. (Titus 1, 6-9)

Ich ahne, warum ich bisher nie eine Andacht zu diesem Titus-Brief gemacht habe. – Da werde ich ja soooo klein mit Hut! Bei der Mehrheit der gewünschten Eigenschaften würde ich durchfallen. OK, ich würde nicht in allem durchfallen. Aber mir fallen Beispiele von mir selbst ein, da muss ich sagen: Da war ich NICHT „gastfreundlich“, NICHT besonnen, NICHT gerecht, war UNbeherrscht. Und „untadelig“ bin ich sowieso nicht.

Ich bleibe hinter den Anforderungen zurück. Und ich vermute: Sie wohl auch. Wenn Sie das anders sehen, können Sie sich gern bei mir melden, ich gebe Ihren Namen an Titus weiter. Ich schätze, der wird sich sehr bedanken, denn alle Stellen werden wohl noch frei sein.

Wie passt denn überhaupt so ein Anforderungs-Katalog zum christlichen Glauben? Was ist mit dem Hirten, der gerade den verlorenen Schafen nachgeht? Was ist mit der Freude im Himmel, die bei einem umkehrenden Sünder größer ist als die Freude über 99 Gerechte? Was ist mit dem Vater, der seinem „verlorenen Sohn“ freudestrahlend entgegen läuft und ihn in die Arme schließt, nachdem der alles, aber auch alles verkehrt gemacht hat? Was ist mit Gott, dem Sie und ich willkommen sind – so, wie wir nun mal sind, und mit allem, was wir da mitbringen? Was soll da so eine Liste mit solchen Idealen für einen hoch anständigen, guten, geradezu perfekten Menschen?

Da nun finde ich wichtig: Wenn unser Briefschreiber auf sein eigenes Leben zurück blickt, dann sieht er auch da Manches, was nicht in diese tolle Liste passt:

Wir wollen nicht vergessen, dass wir selbst früher unverständig und ungehorsam waren. Wir waren vom rechten Weg abgeirrt und wurden von allen möglichen Wün­schen und Leidenschaften beherrscht. Wir lebten in Bosheit und Neid, waren hassenswert und hassten uns gegenseitig. (Titus 3, 3)

Paulus” sagt hier nicht “ich”, sondern “wir”. Das bedeutet: Die persönliche Mängel-Liste gilt so ähnlich auch für andere. – Niemand ist perfekt. Und niemand war es immer schon. Auch wer das Ideal eines anständigen Menschen hochhält, ist es deswegen selbst nicht unbedingt. Es ist gut, das nicht zu vergessen!

Nun schreibt „Paulus“ das in der Vergangenheits-Form. Es hat sich nämlich etwas geändert:

Aber dann erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Ret­ters. Wir selbst hatten keine guten Taten vorzuweisen, mit denen wir vor ihm hätten bestehen können. Nein, aus reinem Erbarmen hat er uns gerettet durch das Bad der Taufe – das Bad, in dem wir zu einem neuen Leben geboren wurden, er­neu­ert durch den Heiligen Geist. (Titus 3, 4-5)

Erbarmen, Freundlichkeit, Menschenliebe als Gottes Eigenschaften. Da haben wir ihn wieder: den guten Hirten, die liebevolle Umarmung. Obwohl „wir“ nichts vorzuweisen haben. Nichts auf der Haben-Liste, womit wir bei Gott Eindruck schinden könnten.

Gottes Erbarmen, seine Freundlichkeit, seine Menschenliebe können ein Leben verändern, meint „Paulus“. Er macht das hier an der Taufe fest. Taufe, das ist ja auch ein starkes Bild, denn damals wurden die Leute richtig untergetaucht (heute manchmal auch): Der „frühere“ Mensch geht unter, ein „neuer“ taucht auf.

Zu einem neuen Leben geboren“ – heißt das nun auch: Schluss mit Neid, Bosheit, Hass? Bessere Impulskontrolle? Sinnvolle Grenzen für die Leidenschaften? Für „Paulus“ offenbar schon. Es hat sich wirklich etwas geändert. ABER: NICHT aus sich heraus. Sondern: „durch den heiligen Geist“. Also kein Anlass zu protzen, wie toll er jetzt ist. Die Ver­änderung in eine gute Richtung kommt nicht daher, dass er so ein toller Typ ist. Was sich zum Guten verändert hat, das hat er einem neuen Geist zu verdanken. Gottes Geist.

Aber was ist, wenn Sie solche Veränderungen zum Guten bei sich nicht entdecken können? Wenn es vielleicht sogar schlimmer mit Ihnen geworden ist? Wenn SIE schlimmer geworden sind? Wenn es gar kein Ende nehmen will mit Ihrer persönlichen Mängel-Liste? Dazu habe ich verschiedene Ideen:

  • Vielleicht haben Sie bei Ihrer Selbst-Betrachtung einen Knick in der Optik. Sie sehen sich nicht im Geist von Gottes Liebe, sondern mit den Augen eines gnadenlosen Staatsanwalts: Sie halten jedes Haar in der eigenen Suppe hoch – und ignorieren standhaft alles Gute, was Ihnen geschieht, was Sie sind, was Sie tun. Oder anders gesagt: Der neue Geist hat schon manches bewegt. Aber der alte Geist sagt Ihnen: „Es hat sich nichts bewegt!“ Sie sollten vielleicht den neuen Geist auch für Ihre Selbst-Wahrnehmung erbitten!

  • Sie müssen sich nicht bewerben als „Älteste“ oder „Leiterin“. Vielleicht passen für Sie solche Rollen in Ihrer Familie, Ihrem Verein, im Beruf, in der Kirchengemeinde zur Zeit nicht. Das macht aber nichts. Es kann unmöglich nur „Älteste“ oder „Leiterinnen“ geben.

  • Vielleicht sollten Sie sich DOCH „bewerben“ – also sich etwas zutrauen, auch wenn Sie nicht die Ideale erfüllen. „Ideale“ sind wie der Horizont: Sie können sich in die Richtung bewegen. Aber es ist nicht möglich und auch nicht schlimm, dass Sie den Horizont nie erreichen. Also: Ideale zeigen die Richtung an. Sie sind NICHT Minimal-Anforderungen.

  • Manchmal bewundern mich Leute dafür, dass ich immer gut drauf sei. ICH finde: Wenn Leute so von mir denken, dann ist was schief gelaufen. Denn erstens bin ich längst nicht immer gut drauf, zweitens haben sich die Leute in mir getäuscht, wenn sie das glauben. Und drittens wäre es doch sowas von wichtig, voneinander zu lernen: Man DARF schlecht drauf sein. Man DARF Fehler machen. Man DARF Schwächen und Mängel haben – und zeigen. Deswegen möchte ich aus der Stellen-Ausschreibung das Wort „untadelig“ streichen. Denn: „untadelig“ ist unerreichbar. Und: Es ist es kein gutes Ideal, sondern eines, das Druck macht, entmutigt, überfordert.

Ich MÖCHTE „untadelig“ nicht nur streichen, ich DARF es übrigens auch: Im grie­chischen Original steht dort ein Wort, das bedeutet „gottgefällig“ oder „fromm“. Und das geht. Als Ideal. Die Übersetzung mit „untadelig“, die ist eben selbst nicht tadellos.

Gott, danke für Deinen Geist! Danke dafür, wo Dein Geist Gutes in mir bewirkt oder durch mich bewirkt! Hilf mir bitte dabei, so barmherzig mit mir zu sein, wie Du es bist! Bitte gib, dass meine Ideale zu mir passen. Und dass sie mich ermutigen, statt mir den Mut zu nehmen! Amen.

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„Selber schuld!“ Andacht zum 4.8.2018

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Im Alten Testament gibt es das Buch Levitikus (3. Mose). Das liest kaum ein Mensch. Lauter Gesetze und Regeln, fast keine Geschichten. Innerhalb dieses Levitikus-Buches gibt es eine Regel-Sammlung, die man das „Heiligkeits-Gesetz“ nennt – wohl wegen des Satzes: „Ihr sollt heiligsein,  denn ich (Gott) bin heilig!“ Ein Satz aus den 10 Kapiteln Heiligkeits-Gesetz ist besonders berühmt geworden: „Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst!“ – Nein, der Satz ist nicht von Jesus. Aber Jesus zitiert ihn.
Der Vers für heute dagegen ist ziemlich unbekannt:

Du sollst einen Gehörlosen nicht verfluchen und einem Blinden kein Hindernis in den Weg stellen. Vielmehr sollst Du Deinen Gott fürchten. Ich bin der HERR. (Lev. 19, 14)

Eine Selbstverständlichkeit! Das ist ja wohl klar, dass ich keinen Gehörlosen verfluche oder schlecht von ihm rede, wenn der mich nicht hören kann! Und natürlich lege ich keinem Blinden ein Hindernis in den Weg! – Wer macht denn sowas?
Wobei – heißt das denn umgekehrt: Hörende darf ich verfluchen? Sehenden darf ich Hindernisse in den Weg legen? Nein, das heißt es nicht. Aber: Wenn ich eine Sauerei mache und dabei das Handicap des anderen, seine spezielle Schwäche oder Bedürftigkeit ausnutze, dann wird aus der Sauerei eine riesen Sauerei.
Nun kann es ja Gründe geben, jemanden zu verfluchen, ihm Böses zu wünschen, schlecht über jemanden zu reden. Das kommt mir speziell dann in den Sinn, wenn ich mich sehr verletzt fühle von diesem Jemand. Und es kann Gründe geben, jemandem ein Hindernis in den Weg zu stellen. Speziell wenn ich zu diesem Jemand in einem Konkurrenz-Verhältnis stehe. Aber leider: Unser Vers interessiert sich kein bisschen für Gründe und sonstige Entschuldigungen und Ausreden. Verfluchen und Hindernisse in den Weg stellen, das geht nicht. Und Gehörlose verfluchen, Blinden etwas in den Weg stellen, das geht schon mal überhaupt nicht. Basta.
Ich würde sagen: Wenn das alle Leute ernst nehmen, dann geht es völlig anders zu unter den Menschen. Im Persönlichen. Im Geschäftlichen. In der Politik. In der Weltwirtschaft. Dann ist es nämlich tabu, die Schwächen anderer auszunutzen. Dann kann ich nicht sagen: „Wenn der so blöd ist, dann ist er selber schuld, dass der sich das gefallen lässt!“ Dann darf ich keinen Vorteil davon haben, dass der andere in einer wirtschaftlichen Notlage ist oder schlecht informiert ist oder nicht so helle oder körperlich schwach. Dass der andere zu einer ungeliebten Minderheit gehört oder krank ist. „Mit dem kann man’s ja machen!“ ist als Begründung tabu. Dann sollen hilflose Pflegebedürftige auch gute Versorgung bekommen, wenn keine Angehörigen da sind, die sich für sie stark machen. Dann haben Kinder Rechte. Auch Tiere sind nicht allem ausgeliefert.
Eine Respekt-Haltung, die keine Handicaps, keine Minderheiten, keine wertvolleren und wertloseren Menschen kennt. Auf Augenhöhe. Es nicht für mich ausnutzen, wenn ich am längeren Hebel sitze.
Jetzt denken Sie vielleicht: „Upps, das ist die falsche Andacht für mich! Ich sitze nämlich immer am kürzeren Hebel! Die Gehörlose, der Blinde, das bin ich. Und die anderen sind es, die mich verfluchen oder mir Steine in den Weg legen!“
Darauf antworte ich: Vorsicht bei Sätzen mit „immer“, „nie“, „jeder“, „keiner“! Auch Sie sitzen nicht IMMER am kürzeren Hebel. – Und umgekehrt: Auch wenn Sie noch so sehr von sich überzeugt und eingenommen sind, sitzen Sie nicht IMMER am längeren Hebel.
Falls Sie aber aktuell am kürzeren Hebel sitzen, und falls jemand am längeren Hebel Ihre Position dort ausnutzt, dann soll Ihnen unser Bibel-Vers klar machen: „Das soll nicht so sein! Das ist nicht in Ordnung!“ – Vielleicht können Sie jetzt etwas klären mit dem anderen. Oder Verbündete organisieren. Oder sich wehren. Vielleicht auch nicht. Aber: Wenn Sie es als Schicksals-gegeben hinnehmen, ausgenutzt und über den Tisch gezogen zu werden, wird sich garantiert nichts ändern. Sonst schon. Jedenfalls vielleicht.

Zurück zur Position am längeren Hebel. WIESO soll ich eigentlich den Gehörlosen nicht verfluchen? Wenn ich doch meinen Spaß dran habe? Oder wenn der es verdient hat? Oder wenn es mir einen Vorteil bringt?
An dieser Stelle könnte ich jetzt tief in die ethische Kiste greifen und solche Begriffe hervor holen wie: Gerechtigkeit. Fairness. Solidarität. Würde. Mitgefühl. Ich könnte auch in den Spiegel schauen und mich fragen, was für eine miese Type ich bin, dass ich solche WIESO-Fragen überhaupt stelle.
All das wäre sehr berechtigt. Unser Bibel-Wort hat aber eine ganz andere und sehr einfache Begründung: „Vielmehr sollst Du Deinen Gott fürchten.“ Gottesfurcht. Das meint Ehrfurcht. Gott mit Ehrfurcht begegnen, das verpflichtet zu Respekt für meine Mitmenschen. Und natürlich ganz besonders denen gegenüber, bei denen ich es mir leisten könnte oder bei denen es mein Vorteil wäre, es an Respekt vermissen zu lassen.
Also: Sich „Schwächeren“ gegenüber anständig und wertschätzend verhalten, das braucht gar keine guten Gründe. Weil es eine Pflicht ist. Eine göttliche Pflicht. Weil es zutiefst Gottes Wesen entspricht. Denn Gott legt mir ja auch nicht böswillig Steine in den Weg. Und Gott verflucht mich nicht, sondern segnet mich.

Gott, Du meinst es gut mit mir, Du bist gut zu mir, Du machst es gut mit mir. Obwohl ich mich manchmal selbst verfluche und mir Steine in den Weg lege. Obwohl ich die Erfahrung mache, dass andere mal so, mal so zu mir sind. An Dir will ich mich festhalten, Dir vertrauen! Amen.

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Herzens-Kompass. Andacht zum 27.7.2018

Andacht hören

Vielleicht haben Sie Wünsche für sich selbst. Vielleicht haben Sie auch Wünsche für andere. Jedenfalls haben Sie welche, wenn das stimmt, was Sie so sagen. „Guten Tag!“ bedeutet ja so viel wie: „Ich wünsche Dir einen guten Tag!“ Es gibt auch Wünsche, die haben etwas mit der Jahreszeit zu tun: „Frohe Weihnachten!“, „frohes neues Jahr!“, „frohe Ostern!“, „frohe Pfingsten!“ Interessanter­weise wünscht man einander nicht „frohe Himmelfahrt!“ oder „frohen Fronleichnam!“.

Es gibt auch „schönen Urlaub!“, „alles Gute für‘s neue Lebensjahr!“ und „Ihr sollt glücklich miteinander werden!“ Unter Christen gibt es zu allen Anlässen auch Segens-Wünsche. Die können kombiniert werden: „Alles Gute und Gottes Segen!“ – Mhm, ist denn bei „alles Gute“ nicht schon der Segen mit drin?

Es gibt auch Wünsche zu speziellen Lebenslagen: „Gute Besserung!“; „Hals- und Beinbruch!“; „viel Geduld!“ Was Ihnen wahrscheinlich aber noch nie jemand gewünscht hat:

Der Herr richte eure Herzen auf die Liebe Gottes aus und auf die Geduld Christi! (2. Thessalo­nicher­-Brief 3,5)

Das ist schon ein sehr spezieller Wunsch. Ganz im Unterschied zu „guten Tag!“: „Guten Tag!“ verrät nämlich nicht, WAS genau denn an dem Tag gut werden könnte. Und: „Guten Tag!“ verrät nicht, WER denn dafür sorgt, dass Ihr Tag gut wird.

In unserem Bibel-Satz ist das anders:

  • WER? „Der Herr“. Damit ist Christus gemeint.

  • WAS? Eine Herzens-Sache: „Der Herr richte eure Herzen … aus“. Vielleicht wie ein Kompass. Der ist in Ordnung, wenn die Nadel auf den Nordpol ausgerichtet ist.

Und was ist der Nordpol in unserem Vers? Worauf sollen die Herzen ausgerichtet sein? Es gibt zwei Antworten, und die passen gut in eine Andacht, denn sie sind fromm. Erste Antwort: die Liebe Gottes. Zweite Antwort: die Geduld Christi.

Aber da gibt es eine sprachliche Besonderheit. Und die sorgt dafür, dass aus den zwei Antworten, „Liebe Gottes“ und „Geduld Christi“, plötzlich vier werden:

  • Die „LIEBE GOTTES“ kann zwei Bedeutungen haben: a) die Liebe VON Gott, also Gottes Liebe zu Ihnen; b) die Liebe ZU Gott, also die Liebe von Ihnen zu Gott.

  • Die „GEDULD CHRISTI“ kann ebenfalls zwei Bedeutungen haben: c) die Geduld, die Christus hat – mit Ihnen; d) die Geduld, die Sie mit Christus haben – z.B. wenn Sie geduldig auf seine Nähe, sein Wirken, sein Kommen warten.

Jetzt fragen Sie vielleicht: „Und was davon ist nun gemeint?“ Meine Vermutung: Alles auf einmal!

Da passt jetzt das Bild vom Kompass nicht mehr so ganz: Die Kompass-Nadel ist auf den magnetischen Nordpol und sonst nichts ausgerichtet. Aber das Herz, von dem hier die Rede ist, hat vier Nordpole:

a) die Liebe von Gott

b) die Liebe zu Gott

c) die Geduld von Christus

d) die Geduld mit Christus

So ein Zufall: Das Herz hat ja vier Herzkammern: zwei Vorhöfe und zwei Hauptkammern.

Und nun: Ihre Herz-Untersuchung. Wie steht es bei diesen vier Diagnose-Kriterien um Ihr Herz?

  • Die Liebe VON Gott: Kommt die in Ihren Gedanken vor? Und wenn ja: Wirklich Gottes LIEBE? Oder trauen Sie das Gott gar nicht zu, dass Gott Sie vor allem – liebt?

  • Die Liebe ZU Gott: Hier geht es um Ihre Gefühls-Haltung zu Gott. – Haben Sie eine? Und wenn ja: Geht diese Gefühls-Haltung in Richtung Liebe? Andere Gefühls-Haltungen sind ja auch möglich: Angst; Groll; Protest; Enttäuschung; … All diese Haltungen sind nacheinander oder gleichzeitig möglich. Was dominiert?

  • Die Geduld VON Christus: Glauben Sie, dass Christus geduldig mit Ihnen ist? Ist dieser Glaube womöglich so ausgeprägt, dass Sie dadurch auch geduldiger mit sich selbst werden?

  • Die Geduld MIT Christus: Wie gut halten Sie es aus, wenn Christus für Sie nicht das ist und nicht das tut, was Sie erwarten? Oder NOCH nicht das ist und das tut?

Vielleicht finden Sie solch eine kleine fromme Herz-Diagnose hilfreich oder wenigstens interessant. Vielleicht finden Sie solche Überlegungen aber reichlich abgespaced und ziemlich weltfremd. Für diesen Fall habe ich eine andere Herz-Diagnose-Frage: Worauf richten Sie Ihr Herz aus?

Bei „Herzens-Angelegenheiten“ liegt es nahe, wenn Sie nun auf Ihren Herz-Buben oder Ihre Herz-Dame zu sprechen kommen, also ein anderer Mensch, für den Ihr Herz schlägt. Wenn Sie nun die rosarote Brille absetzen, fallen Ihnen vielleicht noch andere Menschen ein, deren Wohlergehen Ihnen eine Herzens-Angelegenheit ist. Oder auch Tiere. Oder Dinge, Ziele, Betätigungen, Ideale, an denen Ihr Herz hängt. Gut so. Denn wer da so gar nichts benennen kann, ist im Moment – vielleicht sogar langfristig – hartherzig, hat ein Herz aus Stein.

Aber: Das Gegenteil kann auch passieren: Dass Sie über den Moment hinaus Ihr Herz allzu sehr an etwas oder an jemanden hängen, dass Sie in Abhängigkeiten geraten, dass Sie im schlechten Sinne des Wortes Ihr „Herz verlieren“ – und eben nicht wiederfinden. Luther sagte sehr treffend: „Woran Du Dein Herz hängst, das ist Dein Gott!“

Und da komme ich nun wieder auf die FROMMEN Herz-Diagnose-Fragen zurück. Die sind nämlich tatsächlich „abgespaced“. Da steckt „Space“ drin, Raum. Die Fragen schaffen einen weiten Raum. Sie sind „weltfremd“, weil sie meinen engen Alltag und die Themen von TV-Serien überschreiten.

Anders gesagt: Wenn die Liebe Gottes und die Geduld Christi die Orien­tierungspunkte aller vier Herzkammern werden, dann haben Sie ein ziemlich gutes Funda­ment, um sich nicht zu verlieren und in verkehrte Abhängigkeiten zu geraten. Das ist dann nicht nur gut für die geistliche Gesundheit, auch für das seelische Wohlbefinden.

Und jetzt? Schnell die Herzen fromm ausrichten? Auf die Liebe Gottes und die Geduld Christi?

Nein! Zumindest wäre das nicht im Sinne unseres Verses. Bitte erinnern Sie sich: Es geht nicht um einen Plan, nicht um ein Handlungs-Programm, nicht um eine Ziel-Vereinbarung. – Sondern? Um einen WUNSCH! Um einen frommen Wunsch! Und nicht SIE können den umsetzen, sondern „der Herr“. Was Sie einzig können: Es in Christi Hände legen, es von IHM erbitten!

Gebet:

Christus, ich bitte Dich: Richte mein Herz aus auf Gottes Liebe zu mir! Werke in mir Liebe zu Gott! Lass mich Deine Geduld mit mir erfahren – und schenke mir, dass ich geduldig auf Dich warte! Amen.

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Sind Sie sicher? Andacht zum 20.7.2018

ANDACHT HÖREN

Ich liege und schlafe ganz mit Frieden, denn allein Du, HERR, hilfst mir, dass ich sicher wohne. (Psalm 4, 9)

Aha, Gott hilft also, dass Sie sicher wohnen. Sie können sich Hausratversicherung, Wohngebäu­deversicherung und Sicherheitsgurt sparen. Die Alarmanlage können Sie abklemmen.

Aber sind Sie sicher? Wirklich? Ist zum Beispiel Ihr Herd aus? Haben Sie die Kerze ausgepustet? Ist die Haustür abgeschlossen? Auch die Hintertür? Die Kaffeemaschine ist wirklich abgeschaltet? Wird der Schlauch an der Waschmaschine noch bis zum Ende Ihres Urlaubs halten? Was ist mit Bazillen, Viren, Keimen? Chemie im Bier?

Sind Sie sicher? Ist dieses Herzpochen wirklich nichts Schlimmes? Und der Schwindel? Die Erschöpfungen? Diese unerklärlichen Schmerzen, wenn Sie ganz genau hin fühlen? Haben Sie da was ertastet, was sonst nicht da war? Ist die Liste mit den Telefonnummern der Spezialisten und der Notdienste immer griffbereit? Sind Sie ausreichend versichert?

Sind Sie sicher? Passt die Kleidung? Ist der Reißverschluss zu? Hält das Deo? Wird Ihre Stimme nicht versagen? Werden Sie nicht zittern? Nicht rot werden? Sich nicht verhaspeln? Werden wirklich alle anerkennend nicken? Oder die Stirn runzeln? Gönnerhaft lächeln?

Sind Sie sich sicher? Soll es die Lehre als Schreiner oder als Maurer sein? Am besten Beamter: Da sind Sie sicher, da haben Sie ausgesorgt! Soll es Lieschen Müller oder Lotte Meier sein? Und wie sicher sind Sie, dass eine von denen Sie denn will? Hamburg oder München? Tee oder Kaffee? Den Bestseller X oder Y? Agnostikerin, Buddhistin, Christin oder Atheistin? Pflegedienst X oder Y? Es sagen oder die Klappe halten?

Sind Sie sicher? Führen Ihre freundlich auftretenden Mitmenschen wirklich nichts Böses gegen Sie im Schilde? Was ist das für ein Wagen, der neuerdings dauernd schräg gegenüber parkt? Was tuscheln die Leute? Warum hören die plötzlich auf zu sprechen, wenn Sie erscheinen? Was war das gerade für ein Geräusch mitten in der Nacht?

Und Ihr Auto? Sind die Radmuttern wirklich fest? Ist die Beleuchtung intakt? Würden Sie auf Autogas oder Erdgas umsteigen? Steigen Sie überhaupt noch ins Auto? Was ist mit diesen unbekannten Fahrgeräuschen? Und den Irren im Straßenverkehr? Was mag mit Ihren Lieben passiert sein, die schon mehr als eine Viertelstunde überfällig sind?

Ach, und der liebste Mensch an Ihrer Seite: Diese Anrufe von Unbekannt. Immer öfter hören Sie „Schatz, es wird später!“ Und dieses selige Lächeln – an Ihnen wird‘s wohl kaum liegen. Das Haar auf dem Pullover, das zu keinem hier im Haus recht passt. Diese auffällig langen Zeiten am Computer und am Smartphone.

Sind Sie sich wirklich sicher? Wo wir doch unterwandert werden. Die Lügenpresse. Die Russen. Die Moslems. Die Kapitalisten. Die Politiker. Der CIA. Das System. Das Internet. Die Mafia. Die Außerirdischen. Der Teufel. Und überall Kameras und Abhör-Anlagen. Eines ist sicher: Sie können sich nie so ganz sicher sein. Außer im Atombunker – aber nur, falls die Konserven noch nicht abgelaufen sind.

Ich bin nicht sicher. Und die Patienten in meiner psychiatrischen Klinik sind auch nicht sicher: Leute mit Angst- und Zwangsstörungen, mit Paranoia, Selbstunsicherheit, verhuscht und schüch­tern, auf der Flucht vor Triggern und Flashbacks, in unsicheren Lebens- und Beziehungs­-Situationen, mit bedrohlichen Krankheiten, im Stillstand vor überfordernden Entscheidungen. Und denen soll ich nun Sicherheit geben? Ausgerechnet ich?

Aber dann gibt es ja noch die anderen. Die, die sich allzu sicher sind. Das sind natürlich immer NUR die anderen, das bin niemals ich selbst. Die sind wirklich felsenfest überzeugt: Es wird nichts anders oder gar besser, höchstens schlimmer. Das Leben ist eine Sackgasse, es gibt keine Wende-Möglichkeit. Die Kindheit war verkorkst – und das ist jetzt das unabänderliche Schicksal. Der liebe Gott hat alles vorherbestimmt. Das Leben spielt so und so – und basta. Oder die Sicherheit: Dieses eine Bier nach zehn Jahren Abstinenz, das wird doch wohl mal gehen! Und Überholen, das werde ich gerade noch schaffen! Der Gegenverkehr ist ja wohl noch weit genug weg …

Eigentlich müssen wir uns auch über die Verunsicherten keine Sorgen machen, denn auf eine andere Art sind sich die schwer Verunsicherten ebenfalls sehr sicher: Das Haus wird abbrennen, der Herztod wird kommen, ich werde mich bis auf die Knochen blamieren, ich werde die falsche Entscheidung treffen, alle Menschen sind meine Feinde, mein Partner wird mich verlassen, die Außerirdischen sind unser Untergang.

Allein Du, HERR, hilfst mir, dass ich sicher wohne“, heißt es in unserem Psalm-Vers im Alten Testament. Merkwürdig! Wo es doch keine Sicherheit gibt! Und wo die Rest-Unsicherheit gar nicht klein genug sein kann, um sich daran nicht doch noch kaputt zu zersorgen. Wie kann unser Psalm-Beter so etwas sagen?

Ich habe es recherchiert: In meiner Luther-Bibel kommt die Wendung „sicher wohnen“ im Alten Testament über 30 mal vor. Meine Entdeckung: Im hebräischen Original steht da „Vertrauen“ (בֶטַח). Das ist etwas anderes als „sicher“. Wenn Sie mit Vertrauen eine hohe Autobahnbrücke überqueren, dann gehen Sie davon aus: Die Brücke ist bei der Konstruktion richtig berechnet und gut geprüft worden. Wenn ein anderer die Brücke überquert, aber mit Misstrauen, hat er die Rest-Unsicherheit im Nacken. Es ist dieselbe ziemlich sichere Brücke. Aber die seelische Begleitmusik beim Überqueren ist eine andere. Deswegen: Wenn Sie sich vor allem vom Misstrauen leiten lassen, können Sie die „Sicherheit“ noch sonst wie erhöhen – ein Rest-Risiko wird bleiben. Ihre Angst auch. Und nicht nur ein Rest.

Wegen des „Vertrauens“ finde ich deshalb an dieser Stelle die „Einheitsübersetzung“ besser als die Luther-Bibel: „Du allein, HERR, lässt mich sorglos wohnen.“

Und wenn dann doch die Einbrecher kommen oder der Blitz einschlägt? Vertrauen auf Gott ersetzt nicht den Blitz-Ableiter und schafft kein Null-Risiko. Aber wo mir Vertrauen auf Gott geschenkt wird, da „weiß“ ich – wenigstens für den Moment: So groß das Unheil auch ist, das mich treffen kann: Gottes Liebe ist größer!

Keiner hat das schöner gesagt als Paulus. Der ist sich übrigens auch nicht „sicher“, sondern „gewiss“:

Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn. (Römerbrief 8, 38 f.)

Gebet:

Gott, Du weißt um meine Sorgen, und wie die Angst immer wieder übermächtig nach mir greift. Bitte stärke mein Vertrauen in Dich! Dass es mir mit Dir an meiner Seite leichter wird mit dem, was mich bedroht! Bereite vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde! Amen.

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