Worauf es ankommt. Beten. Andacht zum 22.2.2019

ANDACHT HÖREN

Worauf es ankommt, das hängt davon ab, wen Sie fragen. Heute fragen wir mal Markus und Lukas, die beiden Evangelisten. Zuerst Markus, denn der hat sein Evangelium vor Lukas geschrieben. Dem Lukas später war das Markus-Evangelium bekannt.

Und nun gibt es Geschichte: Jesus wählt unter seinen Anhängern seine 12 Jünger aus:

Jesus stieg auf einen Berg und rief die zu sich, die er selbst wollte, und sie kamen zu ihm. Und er setzte zwölf ein, damit sie mit ihm seien und damit er sie aussende, zu verkünden und mit Vollmacht Dämonen auszutreiben. Die Zwölf, die er einsetzte, waren: (Es folgen 12 Namen …) (Markus 3, 13 ff.)

Aha, ein Berg. Erinnert ein bisschen an Mose auf dem Berg Sinai. Und zwölf Jünger, das passt zu den zwölf Stämmen Israels. Diese zwölf Leute haben zwei Aufträge, die sich zu widersprechen scheinen: a) Sie sollen bei Jesus sein. b) Jesus sendet sie aus.

Dabei steckt in diesem Doppel-Auftrag eine tiefe Einsicht: Beides gehört zusammen! Wer immer nur bei Jesus ist, sich aber nicht senden lässt, macht vielleicht etwas verkehrt. Und wer sich senden lässt, also „christlich unterwegs“ ist, aber dabei nicht bei Jesus bleibt, macht – nicht nur vielleicht, sondern mit Sicherheit – auch etwas verkehrt.

Und was konkret sollen die zwölf Jünger machen? Antwort: Sie sollen „verkünden“ und „Dämonen austreiben“. Anders gesagt: Sie sollen durch Wort und Tat die Gottesherrschaft unter die Leute bringen – und das bedeutet: Freiheit! Gute Botschaft!

So, und nun Lukas. Achten Sie beim Lesen auf die kleinen Unterschiede!

Es geschah aber in diesen Tagen, dass Jesus auf einen Berg ging, um zu beten. Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott. Als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und wählte aus ihnen zwölf aus. Die nannte er auch Apostel: (Es folgen 12 Namen …) (Lukas 6, 12-16)

Worauf es ankommt, hängt davon ab, wen Sie fragen. Und worauf es LUKAS ankommt, können Sie daran erkennen, was er anders schreibt:

  1. Erster Unterschied: „Apostel“. Bei Lukas ist das Wort „Apostel“ genau für diese 12 Leute reserviert, während die Zahl der Jünger Jesu viel größer ist.

  2. Zweiter Unterschied: Jesus betet! Allein. Für sich auf dem Berg. Für eine ganze Nacht! Das ist es wohl, worauf es Lukas vor allem ankommt: Jesus lebt aus dem Gebet! Und erst recht jetzt, wo diese wichtige Auswahl ansteht. Da muss ich sagen: Davon bin ich weit weg, so aus dem Gebet, aus dieser intensiven Pflege meiner Beziehung zu Gott heraus zu leben. Ich denke aber: Es ist eine gute Idee, sich dem anzunähern.

  3. Dritter Unterschied: Lukas interessiert sich hier noch kein bisschen dafür, was die Apostel TUN sollen. Ich finde: Das passt zum Beten. Beten ist Innehalten bei Gott. Auftanken. Was zu tun ist, das ist jetzt noch nicht dran.

Finden Sie das auch mit dem Beten? Dass es gut ist, (mehr) aus dem Gebet heraus zu leben? Dann habe ich dazu einen Vorschlag.

Und das kam so: Eine Bekannte lud mich zum Geburtstag ein. Und sie hatte auch gleich einen Wunsch: einen Rosenkranz! Nun bin ich Protestant und habe davon keine Ahnung. Also was tun? Ich habe mir einen „anderen Rosenkranz“ ausgedacht und ihn in der Ergotherapie in Auftrag gegeben. Das Resultat: Ein „Kettchen“ mit einem Holzkreuz und 10 Perlen.

Sie können erst das Kreuz und dann nacheinander jede einzelne Perle in die Hand nehmen. Zehn plus eins Einladungen zum Gebet. Was genau, das finden Sie auf der nächsten Seite.

Übrigens: Man kann auch 11 Kieselsteine suchen und in einen Gebets-Beutel legen. Der Kreuz-Kieselstein ist dann etwas größer.

Oder noch einfacher: Sie umfassen statt des Kreuzes mit der einen Hand die andere. Und für jede der 10 Perlen nehmen Sie je einen Finger …

Gott segne Ihr Ausprobieren!

Der andere Rosenkranz. Eine Einladung zum Beten.

  1. Ich halte das KREUZ, gern mit beiden Händen – und ich halte Stille. Ich atme. Ich komme zu mir, ich komme zu Gott.
  1. Perle: Mein Blick auf das JETZT: Ich sage Gott, wie es mir geht …
  2. Perle: Mein Blick ZURÜCK: Ich sage Gott, was hinter mir liegt – wie die Nacht war, wie der Tag war, wie die Begegnung gerade war, …
  3. Perle: Mein Blick nach VORN: Ich sage Gott meine Hoffnungen, meine Pläne, Ziele, Aufgaben, Ängste, Vorfreuden, Sorgen, …
  4. Perle: Mein Blick um mich herum: Ich sage Gott, welche Mitmenschen / Mitgeschöpfe mich bewegen. Auch Menschen und andere Mitgeschöpfe, denen ich vor kurzem begegnet bin oder bald begegnen werde.
  5. Perle: Was ich Gott noch erzählen möchte: Erfahrungen, Erlebnisse. Was mir als Last auf der Seele liegt. Oder was meine Seele beflügelt.
  6. Perle: Meine Bitten: Worum ich Gott – für mich – bitte. Konkrete Anliegen. Auch: die Bitten um Weisheit, Liebe, Geduld, Gottes Geist, …
  7. Perle: Meine Für-Bitten: Worum ich Gott – für andere oder für größere Anliegen – bitte …

  8. Perle: Mein Dank: Ich sage Gott einige Dinge, die mich dankbar machen Oder Dinge, die mich dankbar machen könnten.
  9. Perle: Mein Lobpreis: Ich preise Gott als meinen Schöpfer und Erlöser, als Quelle von Halt, Kraft, Trost. Als mein Licht auf dunklem Wege, als, als, als, …
  10. Ich spreche das Vaterunser:

I. Vater unser im Himmel!

II. Geheiligt werde Dein Name!

III. Dein Reich komme!

IV. Dein Wille geschehe – wie im Himmel, so auf Erden

V. Unser tägliches Brot gib uns heute!

VI. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern!

VII. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen!

VIII. Denn Dein ist das Reich

IX. und die Kraft

X. und die Herrlichkeit

XI. in Ewigkeit. Amen!

(Sie können den Rosenkranz auch NUR für die 11 Zeilen des Vaterunsers nehmen.)

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Über Dirk Klute

Dirk Klute, Jahrgang 1965. Ich bin promovierter Theologe und Dipl.-Psych., arbeite als Pfarrer in einer Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie und in einer Maßregelvollzugsklinik. Ich lebe mit meiner Familie und diversen Haustieren in Münster (Westfalen). Ich fahre viel Fahrrad und mache gern Musik: Singen, Gitarre, Geige, Trompete.
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